binge eating und Depressionen

    • binge eating und Depressionen

      Hallo,

      ich war zum Gutachten in der MHH und die Psychologin hat mir eine mittelgradige Depression und ein binge eating testiert. Im Gespräch meinte sie, dass mir eine AC-Op helfen könnte.

      Ich bin z. Zt. damit beschäftigt, einen Psychologen für die Verhaltenstherapie zu suchen - habe aber schon 12 Absagen bzw. Wartelisten zwischen 9 und 15 Monaten.

      Ist diese Diagnose nun förderlich oder eher hinderlich für den Antrag? Ich bin da jetzt stark verunsichert.

      LG heilim
    • Eigentlich hinderlich. Deshalb wundert es mich, dass sie reingeschrieben hat und dann doch die Empfehlung gegeben hat.
      Der Beurteilungsleitfaden is da etwas schwammig ausgedrückt. Wenn ich es richtig verstehe, sieht man es am liebsten, wenn solche psychischen Störugen austherapiert sind und nur noch begleitend eine Verhaltenstherapie gemacht werden muss.
      Mehr "über mich" im Profil. Bei Fragen bitte PN. Werde NICHT aktiv im Forum sein!
      Konventionelle Abnahme in 2011/12 von 70kg und leider jetzt Lipödem, Stadium 3.
      Beschwerdenfrei durch erste Liposuktionen.
    • Hallo heilim,

      zunächst mal eine nicht ganz unwesentliche Frage: teilst Du denn die Diagnose der Psychologin? Oder liest Du Dir das Krankheitsbild/die beiden Krankheitsbilder durch und sagst: "das trifft nicht im Geringsten auf mich zu!"?
      Ich ganz persönlich bin der Meinung, grade mit einem aktiven Binge-Eating sollte man sich nicht unters Messer legen. Du kannst zwar dann post OP erstmal nicht mehr (fr)essen und verlierst dadurch Gewicht, aber entweder futterst Du dann wieder, sobald Du es kannst und weitest dann Deinen Magen und es gibt auch ein deutliches Risiko eine Suchtverlagerung zu bekommen, bspw. hin zu Alkoholismus.
      Kann natürlich auch sein, dass Dir die OP dabei hilft -zusammen mit einer Therapie- das Binge Eating schneller zu besiegen... aber das kann Dir eben keiner vorher sagen, was genau bei Dir der Fall sein wird.

      Was die Genehmigung der Kasse angeht: Beides ist meines Wissens nach kein Ausschlusskriterium, aber Du musst grade dann natürlich ein multimodales Konzept vorweisen, mit Verhaltenstherapie - und dann kommt es stark drauf an, was Dein Psychotherapeut nach 6-12 Monaten Therapie Dir bescheinigt, ob er eine OP befürwortet oder ob aus seiner Sicht Gründe dagegen sprechen.

      Wenn Du keinen Therapieplatz findest, kannst Du auch zu einem privaten Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung gehen. Dazu bedarf es dann eines Härtefallsantrag bei der Krankenkasse.... ruf dort einfach mal an und schilder Dein Problem, die werden Dir bestimmt das passende Formular zukommen lassen.
      Auch gibt es natürlich noch die Möglichkeit einer stationären Therapie... jetzt als intensiver Start oder mittendrin oder am Ende oder Post-OP... als Reha oder Akuteinweisung, je nach Haus, Zulassung und Deiner persönlichen Situation.

      Ich bin nach ca. 8 Monaten ambulanter Therapie mit Akuteinweisung in eine psychosomatische Klinik gegangen, weil wir ambulant einfach nicht mehr weiter kamen und ich sogar verstärkt Essanfälle hatte UND zugenommen habe. Die Wartezeit lag dann zwar auch noch bei mehreren Wochen bis wenigen Monaten, aber ich hatte den Genehmigungs-Hickhack mit Rentekasse etc. von der Backe. Mir hat der Aufenthalt dort sehr geholfen und ich habe bereits nach zwei Wochen mehr erreicht als vorher in den 8 Monaten.

      Wie auch immer Dein Weg aussehen sollte, ich wünsche Dir dabei viel Glück und Erfolg und ein gutes Händchen beim Auswählen der Therapeuten.
      Warum sich heute schon erhängen, wenn es nächstes Jahr noch viel bessere Gründe dafür gibt?



    • Hallo,



      kann da Mirandagirl nur zustimmen ,

      ich litt Jahrelang an Bulimie, danach Binge Eating, mein AC wollte unabhängig von der Krankenkasse von meiner Psychologin bestätigt bekommen das ich diesbezüglich austherapiert bin , sonst würde er mir von der OP abraten , zwecks Suchtverlagerung usw....... Und die Kassen sehen das anscheinend so ähnlich

      LG
    • ... ooooooooops!
      War bislang der Meinung, daß sowohl eine "akkute" Essstörung, als auch eine "akkute" psychische Erkrankung ein Aussschlusskriterium für ein OP ist (sein sollt).
      Heißt NICHT, daß diese nicht zu einem späteren Zeitpunkt hilfreich ist. ABER für den Moment, eben nicht.

      Ansonsten schliess ich mich Caprese´s Fragen an;
      Kannst Du diese Diagnosen aus Deiner Sicht bestätigen?

      Alles Gute auf Deinem Weg ...
      LG wanda
      Op 03/11 - Größe 174 cm - Maximalgewicht 143 kg - Abnahme über 14 Monate ziemlich konstant.
      : :kaffee10: : Ziel- Lauf - Wunschgewicht erreicht / Halten seit 06/12 - mit "Schwankungen".

      "Humor ist der Knopf, der verhindert, daß der Kragen platzt". Ringelnatz
    • Hallo,

      erstmal danke für eure Antworten.

      Ich neige sicherlich dazu, zuviel zu essen und auch zu essen, wenn ich allein bin (was aber kein Kunststück ist, denn mein Mann arbeitet nur spät und nachts, bin also oft allein wenn mein Sohn dann im Bett ist) - und dann bis ich "voll" bin und kann schlecht z. B. nach 10 Gummibärchen aufhören, muss dann die ganze Tüte essen.

      Ich in seit 4 Wochen in der Ernährungsberatung, achte sehr auf das was ich esse und esse nur drei Mahlzeiten am Tag (als Übung für eine mögliche OP) ... und hatte in der Zeit keine einzige Essattacke - fühle mich eigentlich nicht als binge-eater.

      heilim
    • Ich glaube mal von einem Richtwert gelesen zu haben, wie gross eine solche Mahlzeit beim 'unverhältnismäßig-vielen-essen' ist..., aber ich weiss sie nicht mehr. Gibt es in Hannover nicht ein Beratungszentrum für solche Eßstörungen?
      Vielleicht hast du genau dass zu der Psychologin gesagt... 'bis ich voll bin' und sie hat es als absolut entgleisende Mahlzeit angesehen. Denn das ist es bei Binge Eating... sonst normal essen und dann nachts oder bei Bedarf eine echte Fressorgie, ohne Punkt, ohne Sättigung, ohne Verstand, selbst wenn du weisst, dass der nä hete bissen dich umbringt.... immer weitergemacht.
      Ich würde der Diagnose auf jeden Fall nachgehen.
      Mehr "über mich" im Profil. Bei Fragen bitte PN. Werde NICHT aktiv im Forum sein!
      Konventionelle Abnahme in 2011/12 von 70kg und leider jetzt Lipödem, Stadium 3.
      Beschwerdenfrei durch erste Liposuktionen.
    • Binge Eating ist grunsätzlich kein Ausschlußkriterium - auch ist der Begriff sehr dehnbar. Bei mir wurde erst letztes Jahr noch BE diagnostiziert, was definitiv nicht stimmt. :neinnein:
    • Man geht sogar davon aus, dass 25 % der Patienten vor einer AC an BE erkrankt sind. :rolleyes:

      Allerdings steht in der S3-Leitlinien folgender Satz:

      Psychotherapie:
      Durchführung einer ambulanten oder stationären Psychotherapie
      (Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie), falls eine Essstörung
      (binge-eating, night-eating) oder eine Psychopathologie
      (z.B. Depression, Ängstlichkeit) vorliegt.

      Dauer der Behandlung:
      Die genannten Therapiearten müssen mindestens sechs Monate
      durchgeführt werden und werden spätestens nach 12 Monaten
      abschließend beurteilt.
    • Dies habe ich gerade noch in der S3-Leitlinie gefunden:

      Die Binge-Eating-Störung, psychische Erkrankungen oder
      kindliche Missbrauchserfahrung stellen heute keine generelle
      Kontraindikation gegen bariatrische Maßnahmen mehr dar [EL
      4] [Herpertz et al. 2004, de Zwaan et al. 2010, White et al. 2009].
      Instabile psychopathologische Zustände, aktive Substanzabhängigkeit
      und eine unbehandelte Bulimia nervosa werden als Kontraindikationen
      bewertet. Psychische Erkrankungen können aber
      behandelt werden und in einen stabilen Zustand übergeführt
      werden: Dann sollte eine Re-Evaluation stattfinden [BEL 2b]
      [Black et al. 2003, Schrader et al. 1990].
    • ... keine generelle Kontraindikation - nur, wenn nicht behandelt ... also akkut.
      LG wanda
      Op 03/11 - Größe 174 cm - Maximalgewicht 143 kg - Abnahme über 14 Monate ziemlich konstant.
      : :kaffee10: : Ziel- Lauf - Wunschgewicht erreicht / Halten seit 06/12 - mit "Schwankungen".

      "Humor ist der Knopf, der verhindert, daß der Kragen platzt". Ringelnatz
    • Binge Eating sind diese Fressattacken oder?

      Falls ja, ich wurde gestern in der MHH auch von der Psychologin gefragt ob ich sowas habe. Natürlich habe ich sowas auch ab und an mal. Habe ich auch gesagt. Sie fragte dann wie oft. Meist tritt es bei mir auf, wenn ich wenig Kohlenhydrathe Esse. Zu wenig oder gar keine KH´s, führt bei mir zur Fressattacke. Meist jedoch nur eben in "Diät" Phasen. Die Therapeutin meinte dann zu mir, wenn das öfter auftreten würde als wie ich es beschrieben habe, dann wäre es auch bei mir kritisch gewesen. Aber so wie es ist, isses noch ok.

      Das is natürlich übel wenn man nun vorher dann unbedingt noch eine Therapei machen muss.. setz alle Hebel in Gang und guck wo am schnellsten ein Therapie Platz frei ist. Falls der Alltag es zulässt, in eine Tagesklinik gehen oder eben "einweisen" lassen. (Blödes Wort)

      hat sie Dir denn nicht vorgeschlagen in der MHH eine Therapie zu machen?

      Zu mir hat sie gesagt, das wenn bei mir postOP irgendwas im Kopf nicht stimmt, das ich dann sofort wiederkommen könne und mir dann geholfen werden kann. Hmmm vielleicht gibt´s ja dort auch vorher schon eine Möglichkeit. Ruf doch dort mal an und frage direkt nach :tel:

      Gruß :hallo:
    • Guten Morgen!

      Ich hatte mittlerweile ein Gespräch mit einer Psychologin bzgl. Psychotherapie und die ist - als Fachfrau für Eßstörungen - der Meinung, dass ich kein binge-eating habe. Sie meint, wenn das so wäre, könnte ich nicht so konkret die Empfehlungen der Ernährungsberatung umsetzen sondern müsste weiterhin Freßanfälle haben.
      Ich habe jetzt einen neuen Termin bei der Gutachterin in der MHH gemacht und auch schnell für nächste Woche bekommen ... mal sehen was da rauskommt.

      Frohe Pfingsten!

      heilim
    • So. ich war jetzt nochmal bei der Gutachterin und sie meint, dass meine derzeitige psychische Situation kein Ausschlußkriterium für eine OP sei ... und das sie das auch so in ihr Gutachten geschrieben habe, aber man könne ein Gutachten ja so oder so lesen.

      Außerdem habe ich jetzt einen privaten Therapieplatz gefunden, den ich erstmal selbst bezahle - und paralell stelle ich einen Härtefallantrag an die Krankenkasse.

      Und dann habe ich Anfang August mein Erstgespräch beim AC-Chirurgen ... da werde ich ja hören, wie der das Ganze sieht.

      Euch allen einen schönen Sonntag ...

      heilim
    • Hallo Heilim,

      puh, das hast du ganz schön was hinter dir,

      in der MHH wurde das bei mir auch diagnostiziert und dann habe ich auch einen tollen Doc bekommen, der hat sich leider selbstständig gemacht..

      Ich drücke Dir alle Daumen das alles gut geht.

      Bei welchem AC hast du den Termin?

      Gruss von der Eri
    • Hallo,

      ich habe mein Gespräch Anfang August im Clemi - ist auch früh genug, denn ich bin erst seit 26.03. in der Ernährungsberatung.
      Ich habe jahrelang mit Unterrechungen WW gemacht - zwischendurch auch andere Diäten ausprobiert - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber ob die KK das als Ernährungsberatung anerkennt wage ich zu bezweifeln --- allerdings kann ich so gut einen Gewichtsverlauf nachweisen (und auch sehen, was ich denen an Geldmitteln zukommen lassen habe).

      Sport mache ich seit letztem Jahr Juni im Fitnessstudio - das dürfte wohl für den Part reichen.

      Und Psychologie startet nächste Woche ...

      In welchen Selbsthilfegruppen seid ihr den aktiv und wann sind da die Treffen?

      LG heilim