Kuchen nach Op? Sich was gönnen?#

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    • Happy37 schrieb:

      Aggii schrieb:

      Ich habe Schlauchmagen und mich würde interessieren wie ihr das macht und ab wann ihr euch nach Op was gegönnt habt.
      Ich habe ein gutes 3/4 Jahr keine Süßigkeiten gegessen und esse seither beinahe täglich Süßigkeiten. Die Mengen und das WAS macht es aus.
      Kuchen esse ich sehr gerne aber halt ein Stück am Tag und nur einfache Kuchen ohne Sahne. Torten vertrage ich ohnehin nicht.

      Ich esse Pizza, Pommes, alles was ich vertrage in MAßEN. Genauso esse ich Obst, Gemüse, jeden Morgen mein Rührei.

      Ich war aber auch nicht immer dick. Dick war ich 10 Jahre meines Lebens.

      Und mir persönlich ist es auch egal wie das andere handhaben. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und wer nach der OP leben will wie ein Asket der soll es tun. Wer isst was er will und wieder zunimmt der muss auch damit leben.

      Ich fände es eher bedenklich wenn man mit Angst ans Essen rangeht. Es wäre wichtig einen gesunden Umgang damit zu erlernen und das baut für mich nicht auf Verboten auf.
      Danke, dass du das so formuliert hast! Ich bin auch der festen Überzeugung, dass es entscheidet ist, dass jeder für sich Verantwortung übernehmen muss.
      Wenn man in den Blick nimmt, warum die Abnahme vielleicht nicht nachhaltig ist, weil jemand z. B. eine schwere Lebenskrise hat und die neuen Eßgewohnheiten noch keine Gewohnheit sind... sprich seine Verantwortung nicht wahr nehmen kann, das ist ebenso bitter...
      Niemand geht in den Schuhen des anderen. Jedem bei dem es mit Einsatz klappt, alles wie am Schnürchen läuft, der darf dankbar sein, dass das so ist.
      Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme. Es ist ein sinnlicher Genuss... das darf eben auch mal "ungesund" sein.
      Oder wie es @StraigthOn schteibt : ...die Dosis macht das Gift!
    • Aggii schrieb:

      Hallo, laut meiner Ernährungsberaterin ist nach der Op alles erlaubt zu essen auch mal was süßes. Man soll es über die Menge steuern.
      Ich habe Schlauchmagen und mich würde interessieren wie ihr das macht und ab wann ihr euch nach Op was gegönnt habt. Danke.
      Sorry, aber Deine Ernährungsberatung hat nicht verstanden das Adipositas keine Charakterschwäche sondern eine chronische multifakturelle Erkrankung ist, und der bariatrische Eingriff nur einer kleiner Teil der lebenslangen Behandlung darstellt.
      Deshalb stellt sich nicht die Frage was verboten und erlaubt ist, sondern was bzw. womit man diese Erkrankung am besten auf Dauer in Remission bringt und hält.

      Das ist doch unser aller Problem und Ziel oder nicht?

      Unser Problem/Ziel kann doch nicht sein heraus zu finden ob/wann und wie oft oder wieviel Kuchen, Chips, Junkfood und co. ich wieder essen kann.

      Wer solche Fragen stellt hat nicht verstanden worum es bei der Behandlung von Adipositas geht.

      Ich frage mich jeden Tag was ich essen kann/sollte damit meine Erkrankung in Remission bleibt, bzw. ich mich satt und zufrieden statt hungrig fühle.
      Ich verschwende keinen Gedanken daran was ich nicht essen darf, denn diese Frage stellt sich für mich einfach nicht, sondern was kann ich essen um satt und zufrieden zu sein. Das ist die viel wichtigere aber auch schwierigere Frage.

      Eine Antwort auf diese Frage ist für mich der Schlüssel dazu meine Adipositas auf Dauer in Remission zu halten.
      Liebe Grüße Laelia
    • Laelia schrieb:

      Aggii schrieb:

      Hallo, laut meiner Ernährungsberaterin ist nach der Op alles erlaubt zu essen auch mal was süßes. Man soll es über die Menge steuern.
      Ich habe Schlauchmagen und mich würde interessieren wie ihr das macht und ab wann ihr euch nach Op was gegönnt habt. Danke.
      Sorry, aber Deine Ernährungsberatung hat nicht verstanden das Adipositas keine Charakterschwäche sondern eine chronische multifakturelle Erkrankung ist, und der bariatrische Eingriff nur einer kleiner Teil der lebenslangen Behandlung darstellt.Deshalb stellt sich nicht die Frage was verboten und erlaubt ist, sondern was bzw. womit man diese Erkrankung am besten auf Dauer in Remission bringt und hält.

      Das ist doch unser aller Problem und Ziel oder nicht?

      Unser Problem/Ziel kann doch nicht sein heraus zu finden ob/wann und wie oft oder wieviel Kuchen, Chips, Junkfood und co. ich wieder essen kann.

      Wer solche Fragen stellt hat nicht verstanden worum es bei der Behandlung von Adipositas geht.

      Ich frage mich jeden Tag was ich essen kann/sollte damit meine Erkrankung in Remission bleibt, bzw. ich mich satt und zufrieden statt hungrig fühle.
      Ich verschwende keinen Gedanken daran was ich nicht essen darf, denn diese Frage stellt sich für mich einfach nicht, sondern was kann ich essen um satt und zufrieden zu sein. Das ist die viel wichtigere aber auch schwierigere Frage.

      Eine Antwort auf diese Frage ist für mich der Schlüssel dazu meine Adipositas auf Dauer in Remission zu halten.
      Also meine Ernährungsberaterin arbeitet eng mit dem Adipositaszentrum zusammen znd ist auch direkt im Ausschuss. Wie es hier steht jeder muss seinen Weg finden. Jetzt zu sagen Sie hat Adipositas missverstanden finde ich anmaßend. Nur weil ihr Ansatz mit deinem nicht passt. Ich kenne viele die dank ihr nach der Op erfolgreich und langfristig abgenommen haben. Ihre Begründung dafür ist auch verständlich. Den wenn man auf alles verzichtet ist man wieder im Diätmodus znd es hat nichts mit dauerhafter ausgewogener Ernöhrungsumstellung zu tun und dazu gehören nun mal auch Kohlenhydrate. Sonst produziert man sich irgendwann Heißhungerphasen unnötig. Es mag sein, dass die Wortwahl mit gönnen falsch war. Natürlich muss man sich nicht mit essen belohnen. Allgemein ging es darum ob und wann ihr wieder auch mal Kuchen oder sonstiges gegessen habt. Den wie gehabt wenn die Kalorienbilanz und Sport stimmen muss man nicht auf alles verzichten.

      Grüße Agnes Soballa
    • Happy37 schrieb:

      Jeder ist für sich selbst verantwortlich und wer nach der OP leben will wie ein Asket der soll es tun.
      Genauso wie es unfassbar viele schöne Farben zwischen schwarz und weiß gibt, gibt es auch unfassbar viele, selbst zubereitete, durchdachte, ernährungstechnisch sinnvolle, eiweißreiche und unglaublich leckere Nahrungsmittel zwischen Askese und Kuchen.

      Was ist schlecht an: chefkoch.de/rezepte/3573611536…-Carb-Haehnchencurry.html

      oder: chefkoch.de/rezepte/3466351516…eybohnen-mit-Avocado.html?


      Und wenn man doch mal snacken möchte, weil da noch ein paar Kalorien gehen, dann muss es doch nicht die Tüte Chips sein, es geht auch z.B.: chefkoch.de/rezepte/1449001249…oestete-Kichererbsen.html.


      Ich denke nicht, dass gesunde Ernährung etwas mit Askese zu tun haben muss. Das ist doch eine sehr provokative These.

      Ich habe meiner Ernährungsberaterin gut zugehört, weil ich mir vorgenommen habe, in meinem Leben 2.0 nicht wieder das in meinen Körper zu stopfen was mich im Leben 1.0 krank und fett gemacht hat.


      Ich bin einfach jemand, der im Leben 1.0 nicht das Maß gefunden hat, sonst wäre ich nicht so fett gewesen. Und eine Magen-OP ändert nichts daran. Ist natürlich auch ein Suchtverhalten, dass ich mit meiner Therapeutin bearbeitet habe.Und überwunden weil ich meine Suchtmittel links liegen lasse und locker links liegen lassen kann. Und ich möchte nie wieder Gefahr laufen, zurück zu gehen. Darum lieber überhaupt keinen nutzlosen Nahrungsmüll sondern gute Alternativen, die noch Nährwert und Eiweiß liefern und mich nicht zum Falschverhalten zurückbringen.

      Ich meine.................Ich würde einem Alkoholiker auch nicht raten: "Hey, ein kleiner Wodka geht doch sicher."
      Was ist daran denn falsch?
      Abnahme vor OP: - 32,0 kg
      16. Monat Post-OP- 97,2 kg
      Gesamt: -129,2 kg
    • Aggii schrieb:

      Also meine Ernährungsberaterin arbeitet eng mit dem Adipositaszentrum zusammen znd ist auch direkt im Ausschuss. Wie es hier steht jeder muss seinen Weg finden. Jetzt zu sagen Sie hat Adipositas missverstanden finde ich anmaßend. Nur weil ihr Ansatz mit deinem nicht passt. Ich kenne viele die dank ihr nach der Op erfolgreich und langfristig abgenommen haben. Ihre Begründung dafür ist auch verständlich. Den wenn man auf alles verzichtet ist man wieder im Diätmodus znd es hat nichts mit dauerhafter ausgewogener Ernöhrungsumstellung zu tun und dazu gehören nun mal auch Kohlenhydrate. Sonst produziert man sich irgendwann Heißhungerphasen unnötig. Es mag sein, dass die Wortwahl mit gönnen falsch war. Natürlich muss man sich nicht mit essen belohnen. Allgemein ging es darum ob und wann ihr wieder auch mal Kuchen oder sonstiges gegessen habt. Den wie gehabt wenn die Kalorienbilanz und Sport stimmen muss man nicht auf alles verzichten.
      Aus Deinen Zeilen entnehme ich das Du mich falsch verstanden hast.
      Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll Dir das zu erklären.

      Das fängt schon mit der Kalorienbilanz an. Wie willst Du das denn machen, denn den Kalorienverbrauch kann man nur schätzen aber eigentlich kaum wirklich messen, weder die verbrauchten noch die zu Dir genommenen.
      Hinzukommt das es sehr wohl einen Unterschied für den Körper macht ob Du 500 Kalorien Kuchen, oder Fleisch und Gemüse gegessen hast. Denn der Kuchen ist schnell verdaut und in den Fettzellen gespeichert und Du hast schnell wieder Hunger oder wenn Du Pech hast sogar ein Dumping.
      Wenn Du aber z. Bsp. Fleisch, Gemüse (Kohlenhydrate)und Kartoffeln ist, hat Dein Körper wertvolle ausgewogene Nährstoffe mit denen er gut funktionieren kann und Du bist lange satt und zufrieden.
      Es ist deshalb nicht egal was man ist, sondern viel wichtiger als auf die Kalorienbilanz zu achten.
      Wenn man die "richtigen" Lebensmittel ist, und da gibt es eine wirklich große Spanne die jeder für sich selbst herausfinden muß, hat man nämlich gute Chancen das eigene Sättigungsgefühl zurück zu bekommen, und das ist für mich der Schlüssel zu einem glücklichen zufriedenen Leben, statt ständig daran zu denken ob meine Kalorienbilanz noch ein Stück Kuchen hergibt.

      Ich persönlich möchte endlich frei sein von dieser ständigen Kontrolle, der Kalorienzählerei (erstrecht seitdem ich verstanden habe das sie nicht zielführend ist)und der Askese, und das gelingt mir eben nicht, wenn ich mir ständig Gedanken darüber mache wann ich denn endlich wieder Kuchen Chips und co. essen "darf".
      Mein Ziel ist es so normal wie möglich zu leben, und meine körpereigene Hormonsteuerung von Grelin und Leptin bei ihrem Job zu unterstützen.
      Es gibt viele Lebensmittel die diese körpereigene Steuerung der Kalorienbilanz (Sättigungsgefühl) aushebeln, so das sie nicht mehr funktioniert, und wir uns überfressen, auch wenn wir das nicht wollen.

      Solche Lebensmittel meide ich deshalb, weil ich weiß das die mich auch als operierte Patientin wieder dick machen würden.
      Das ist für mich aber kein Verzicht, sondern die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis.

      Deshalb habe ich geschrieben das Deine EB nicht verstanden hat, das Adipositas keine Charakterschwäche sondern eine chronische Erkrankung ist.
      Das war nicht abwertend gemeint, sondern meine Schlußfolgerung aus ihrer Äußerung.
      Nach meinen Erfahrungen sind die EB in den Kliniken oft nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, die leider ja auch nur sehr wenig über die Zusammenhänge dieser Erkrankung wissen.
      Für mich persönlich gibt es je mehr ich darüber lerne immer mehr unbeantwortete Fragen.

      Aber eines habe ich verstanden, nämlich das ein bariatrischer Eingriff uns nicht heilt, und wir dann genauso sorglos essen können wie die von Natur aus schlanken Menschen!
      Liebe Grüße Laelia
    • Im Allgemeinen halte ich den Ansatz der Ernährungsberaterin für richtig, aber von allein wird es nicht klappen, dass man plötzlich die Mengen beherrscht. Der Effekt der OP ist irgendwann vorbei. Dann muss man es selbst können. Dafür ist es meiner Meinung nach wichtig, Zufriedenheit zu erlangen. Wenn man zu oft das Gefühl hat, verzichten zu müssen, dann wird man irgendwann scheitern, das ist dann nicht anders als bei allen Diäten vor der OP. Also geht es darum, einen Weg zu finden, der zu Zufriedenheit führt. Beim einen klappt das ohne Kuchen, der andere braucht ab und zu mal Kuchen, und dann sollte es nicht so sein, dass das erste Stück Kuchen nach Monaten zu Orgien führt, weil man zu lange verzichtet hat. Also wenn, dann lieber öfter und weniger. Den Kuchen sinnvoll in ein Ernährungskonzept einbauen. Und andere Dinge tun, die zufrieden machen, ist auf jeden Fall auch gut, um den Fokus auch ein bisschen weg vom Essen zu lenken. Dafür finde ich Tannis Vorschläge gut, schöne Dinge machen.

      Wichtig ist dabei ja auch, die Verhaltensweisen aufzudecken, die vor der OP zum Übergewicht geführt haben, und diese zu verstehen, damit man sie verändern kann. Wenn man das schafft, dürfte auch Kuchen kein Problem sein, weil man nicht mehr in die alten Fallen tappt. Die OP hilft am Anfang dabei, aber es geht ja um das Langfristige. Die OP sehe ich mehr wie eine Notbremse und Starthilfe.
      (es wäre nur schön, wenn es eine weniger brachiale Methode dafür gäbe; die suche ich noch und bin deshalb nicht operiert)
      Verhaltenstherapie finde ich sinnvoll.
    • Total interessante Diskussion für mich als (noch?) Nicht-Operierte. Einerseits denke ich auch, dass man sich generell nichts verbieten sollte, weil es dann Gelüste weckt, die sich vielleicht nicht mehr beherrschen lassen. Andererseits weiß ich auch, dass es mir bei einigen Lebensmitteln sehr schwer fällt, nach einem Stück/Riegel etc. wieder aufzuhören. Ob dies mit OP besser gelingt, weil ich einfach satt bin und nichts mehr reingeht, auch wenn das Verlangen noch so groß ist? Aber wie lange hält die Sättigung an? Kann ich durch grasen die OP austricksen? Das ist nämlich momentan eines meiner Probleme. Durch die Antriebslosigkeit der Depression bin ich oft zu faul, mir was Vernünftiges zu kochen und esse dann immer wieder Kleinigkeiten, die mir in die Finger kommen. Das kann was Gesundes wie Tomaten oder Salatgurke sein, aber eben auch Eis oder Schokolade. Geht alles schneller, als einen Salat zu schnibbeln oder zu kochen. Aber macht halt nicht wirklich satt. Dabei esse ich sehr gerne Gemüse oder Salat. Ich bräuchte einen Koch, der es mir vor die Nase stellt. Wobei ich mit dem Sättigungsgefühl auch Probleme habe, das stellt sich selten ein. Hinzu kommt das emotionale Essen. Stress, Langeweile, Ärger, Einsamkeit, .... Versuche grad mit meiner Therapeutin über Essensprotokolle, auf denen ich auch meine Geefühle vermerke, etwas besser dahinter zu kommen. Aber es ist schwer.
    • @ulschke könnte vorkochen und einfrieren eine Option sein? Ich sorge seit unserer OP dafür, dass der Gefrierschrank immer gut gefüllt ist mit echt leckerem, aber nach meinem Standard gesundem Essen. So komme ich an Tagen wo viel los ist, nicht in die Verlegenheit irgendeinen „Schrott“ zu essen.

      zum Thema Kuchen und dergleichen habe ich für mich entschieden, das das in meinem Leben nicht mehr stattfindet.
      Drei Jahre lang habe ich mich intensiv mit der OP und dem was mich dick machte beschäftigt. Und ich habe einige Erkenntnisse gewonnen.
      Zucker ist für mich ein Suchtmittel....und ich habe großen Respekt davor, genau in diese Sucht wieder hinein zu geraten. Also lasse ich die Finger davon. Einzige Ausnahme der relativ geringe Zuckerwert in meinem halben Eiweißquark...da suche ich noch nach einer Lösung.

      Ganz wichtig in dieser inneren Diskussion mit mir selber war für mich die Frage: was nehme ich mir weg, wenn ich gewisse Dinge aus meinem Leben streiche? Was kann mir z.B. der Kuchen geben, was so wertvoll ist, dass ich dafür das Risiko eingehe, wieder voll im Suchtverhalten zu landen? Antwort: nix kann mir der Kuchen geben, weder meiner Seele, geschweige denn meinem Körper. Klar, fünf Minuten Geschmack....aber ist es das wert? Mal abgesehen davon, dass es unendlich viele gesunde Lebensmittel gibt, die saugut schmecken, aber für mich kein Suchtpotenzial haben.

      Auch das war ein Prozess über viele Jahre....ich bin mit Gemüse aus der Dose aufgewachsen.....nach Jahren in kleinen Schritten immer mehr die guten Alternativen zu wählen hat sich mein Geschmack so umgestellt, das ich das Essen meiner Kindheit ehrlich gesagt nicht mehr runterbekommen würde.

      Auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe habe ich unglaublich viel gewonnen, an Lebensqualität, Freude, Glück Zufriedenheit....ich könnte beim näher darüber nachdenken glatt ein paar Tränchen verdrücken, oder auch ein paar mehr. Ich bin so zutiefst dankbar für mein derzeitiges Leben....dieses Gefühl konnte mir Jahrzehnte lang kein Stück Kuchen geben.

      Und ich bin meinem Körper so dankbar, das er die jahrelangen Mißhandlungen durch mein schlechtes Eßverhalten ohne Begleiterkrankungen überstanden hat.
      Daraus entstand der Gedanke, Ich möchte jetzt meinen Körper gut behandeln....und irgendwann wurde mir klar, ich bin mein Körper, ICH WILL GUT ZU MIR SEIN!

      Ich darf das, es darf mir gutgehen, ich darf mich gut um mich kümmern, um meinen Körper, meinen Geist, meine Seele, mein Herz.

      Und das tue ich.

      In Bezug auf meine Adipositaserkrankung hat das einige feste Regeln zur Folge. Nicht um mich zu beschränken, sondern um mich adäquat um mich zu kümmern, bestmöglich für mich zu sorgen und endlich wirklich Verantwortung für mich zu übernehmen.

      Ich habe nichts verloren.....ich habe unglaublich viel gewonnen.

      LG Waterbottle
    • Meiner Meinung nach muss hier jeder seinen eigenen Weg finden.

      Ich habe vor 10 Jahren knapp 60 kg mit Atkins abgenommen und auch über 2 Jahre gehalten. Ich dachte ich hätte es geschafft, wurde sorgloser und nach und nach schlichen sich die alten Gewohnheiten wieder ein. Auf Dauer konnte ich die Ernährung mit Low Carb nicht durchhalten. Nach fast 4 Jahren schmeckte mir Fleisch einfach in keiner Form mehr, Salat und Eier erzeugten Würgereiz. Das hätte ich mir in der Hochphase der Abnahme so niemals vorstellen können, ich war überzeugt das dies der einzige und richtige Weg ist und für immer bleiben wird.
      Ich war viele Jahre Moderatorin in einem großen Atkins Forum, weiß genau wie es funktioniert und habe in den Jahren sehr viele kommen und die meisten dann irgendwann scheitern sehen. Damals sagte mir schon ein guter Freund, das das Halten des Gewichts die Kunst sei und nicht die Abnahme. Verstanden habe ich das erst als es schon wieder aufwärts ging mit dem Gewicht.
      Das Heilmittel kenne ich leider immer noch nicht. Für mich hat sich das Intervall Fasten als hilfreich erwiesen, es verhindert das abendliche grasen. Ich versuche gesunde Kohlenhydrate einzubauen und wenn es unbedingt mal Kuchen sein soll, wird er als Mahlzeit eingefügt. Damit habe ich vor der OP 15 kg abgenommen. Ich hoffe, das ich damit irgendwann das Gewicht halten kann. Aber reden wir da in 5 bis 6 Jahren nochmal drüber :rolleyes:
      Beginn MMK Dezember 2019 - 134,5 kg auf 1,69 m
      OP Sleeve 07.August 2020 - 119,5 kg
      07. September 2020 - 110,9 kg
      07. Oktober 2020 - 105,2 kg
      07. November 2020 - 101,2 kg
      10. November 2020 - 99,9 kg endlich UHU :love:
    • ulschke schrieb:

      Durch die Antriebslosigkeit der Depression bin ich oft zu faul, mir was Vernünftiges zu kochen und esse dann immer wieder Kleinigkeiten, die mir in die Finger kommen. Das kann was Gesundes wie Tomaten oder Salatgurke sein, aber eben auch Eis oder Schokolade. Geht alles schneller, als einen Salat zu schnibbeln oder zu kochen. Aber macht halt nicht wirklich satt. Dabei esse ich sehr gerne Gemüse oder Salat. Ich bräuchte einen Koch, der es mir vor die Nase stellt. Wobei ich mit dem Sättigungsgefühl auch Probleme habe, das stellt sich selten ein. Hinzu kommt das emotionale Essen. Stress, Langeweile, Ärger, Einsamkeit, .... Versuche grad mit meiner Therapeutin über Essensprotokolle, auf denen ich auch meine Geefühle vermerke, etwas besser dahinter zu kommen. Aber es ist schwer.
      Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür warum Adipositas eine multifakturelle Erkrankung ist, und keine Charakterschwäche.
      Wir sind nicht alle gleich, und jede/jeder hat unterschiedliche Ursachen, aber bei den wenigsten kann man nur eine einzige ausmachen.

      Deshalb ist es meiner Meinung nach so wichtig zu verstehen das wir uns (auch als Magenoperierte) nicht an von Natur aus schlanken Menschen orientieren können.
      Es kommt immer wieder das Argument das die Schlanken ja auch Kuchen essen und trotzdem schlank sind.
      Natürlich stimmt das, und ich lebe seit über 20 Jahren mit so einem Naturschlanken "Kuchenesser" zusammen, aber bei uns eben nicht, sonst hätten wir keine Adipositas.

      Ich empfehle dazu die Doku von Arte zu sehen, dann versteht man vielleicht besser warum das nicht bei jedem funktioniert:

      Liebe Grüße Laelia
    • @Waterbottle
      Bravo, Bravo

      Ein hervorragender Post, dein weg wird aufgezeigt, realle Erfahrungen und Wissen weitergegeben ohne das "Sektenverhalten" nur ich habe den einzig wahren weg gefunden

      Eine Kollegin hat nur eine Frage gestellt, weil es ihr Wunsch ist ein normales Ernährungsverhalten zu erreichen, und Kuchen ab und dann gehört nun Mal auch dazu, sie hat weder mitgeteilt sich nur von Kuchen zu ernähren noch origien damit zu veranstalten.

      Selbst wenn einige meinen da fehlt noch Entwicklung nun die fehlte bei uns allen und für viele von uns wird es ein Lernprozess sein der auf dem Sterbebett erfolgreich abgeschlossen sein wird

      Aber EINIGE Beiträge hier kann ich nur, in Ermangelung eines anderen Wortes, als " biestig" bezeichnen

      Der eigene weg wird hoch gepriesen und natürlich hat es jeder zu respektieren, aber der gleiche Respekt für andere fehlt völlig, und die Tatsache daß es mehrere Jahre und manchmal zwei OP bedurfte bis man die Erleuchtung hatte wird ausgeblendet.

      Da wird sich das nächste Mal jemand nicht mehr trauen was zu fragen
    • @Waterbottle: Dieser Gedanke "Ich bin es mir wert" ist bei mir leider immer noch unterentwickelt. Wenn ich Besuch habe, schaffe ich es auch zu kochen oder den Frühstückstisch zu decken. Für mich alleine leider nicht. Und das macht mich auch irgendwie traurig. Vielleicht sollte ich mir Deinen Post ausdrucken und in die Küche hängen. Oder täglich einmal durchlesen.

      @Laelia: Danke für den Link, werde ich mir demnächst mal anschauen.
    • @ulschke

      Das tut mir total leid, das Du dieses Gefühl für Dich selber nicht hast, denn auch Du hast tolles Essen in einer schönen Atmosphäre verdient!
      Mein Partner leidet auch an Depressionen, deswegen kenne ich diese Antriebslosigkeit von ihm.
      Und ich selber war durch gewisse Umstände in unserem Leben oft am Limit mit meiner Kraft, ehrlich gesagt oft auch deutlich drüber. Gerade da hätte ich sicherlich die Energie aus guter Nahrung gebraucht....stattdessen gab es auch hier dann schnell verfügbare „ Schrottnahrung“, wie wir das immer nennen.
      Da mir diese Falle in meiner Ernährung inzwischen voll bewusst ist, sorge ich in guten Zeiten vor, indem ich vorkoche, mir jeden Tag die fünf Minuten Zeit nehme, Rohkost vorzuschnibbeln, damit immer guter Stoff im Kühlschrank ist.
      Und wir haben in Geräte investiert, die quasi alleine ein gesundes Essen kochen.
      Und hey, Salat schnibbeln muß man nicht unbedingt, wenn einem die Kraft dazu fehlt. Ich kaufe auch mal die fertigen Salattüten...immer noch besser als Pommes.

      Jetzt weiß ich nicht, ob Du alleine lebst. Wenn ja, gibt es ja vielleicht eine gute Freundin, mit der Du eine Kochaktion starten könntest? 2-3 Gerichte in großer Menge zusammen kochen, dann ist der Antrieb vielleicht größer und man kann dabei toll quatschen. Dann die Ergebnisse aufteilen und jeder kann seine Portionen einfrieren.

      Und auch für mich war das ein laaaaaaanger Weg bis hierhin....und manchmal heute noch ein Kampf. Ich erinnere mich mit Schrecken daran, wie fertig ich vier Wochen nach meiner Op war, weil die Abnahme nicht wirklich wie erhofft war.
      Die Arbeit am Selbstwertgefühl hört nie auf. Aber es wird leichter.
      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und immer mehr gut zu Dir zu sein.
    • Laelia schrieb:

      Unser Problem/Ziel kann doch nicht sein heraus zu finden ob/wann und wie oft oder wieviel Kuchen, Chips, Junkfood und co. ich wieder essen kann.
      Wohl wahr und doch erschreckend oft praktiziert.
      Ein auch operierter Bekannter stellte im Vorfeld die Frage, wann nach der OP er wohl wieder seine gewohnte Menge Bier von 2 Litern täglich in sich hinein schütten kann.
      2 Monate nach seiner OP war seine eigene Antwort darauf: Gar nicht! Aber jetzt schüttet er Weißwein in ebensolcher Menge. Das geht wohl auch mit Bypass. Nicht, dass ich´s ausprobiert hätte oder wollen würde.
      Man trifft so seine eigenen Entscheidungen im Leben.

      Weinsby schrieb:

      dass es um ständigen mit Gewalt erzwungenen Verzicht geht...
      Verzicht? Ist als Wort hier so negativ behaftet. Und gönnen wird immer irgendwie positiv besetzt. Nun denn....

      Am Tag als mein OP-Termin feststand, habe ich begonnen mit meiner Eiweißphase. Waren dann so im Vorfeld der OP 3 Monate. Für mich stand wegen meines hohen Ausgangsgewichtes im Raum, dass erst ein Schlauchmagen und dann eventuell (weil vorher eh schon Reflux) eine weitere OP zum Bypass gemacht werden sollte. Wollte ich nicht. Meiner Chirurgin habe ich gesagt: "Wenn sie meine Leber miniklein brauchen, dann kriegen Sie sie miniklein."
      Und ich habe auf 2 Operationen verzichtet und mir nur eine gegönnt.

      Nach der OP hatte ich Angst davor, etwas falsch zu machen und bin sehr vorsichtig ausprobierend mit dem Thema Essen umgegangen. Dabei habe ich weitestgehend auf Dumpings verzichtet und mir gegönnt, in dieser Zeit ein gesundes Essverhalten zu entwickeln und in meinem Leben fest zu etablieren.

      Letztendlich hat es dazu geführt, dass ich mir eine viel größere Abnahme gegönnt habe, als ich mir je hätte vorstellen können. Und ich habe auf mehr als 11 Monate vorher geplante Abnehmphase verzichtet.

      Die Krankheit Adipositas geht einher mit vielen ausgetretenen Pfaden, die man oft in vielen Jahren bequemerweise weiter gegangen ist. Wenn man sich dann entscheidet, sich durchs Dickicht zu schlagen und neue Pfade zu kultivieren, was sehr viel anstrengender ist, sollte man - meiner Meinung nach - nicht wieder zurück auf die alten Pfade. Will man das wirklich? Macht das tatsächlich Sinn?

      Ich habe kurz verzichtet, daraus erfolgreich gelernt und jetzt gönne ich mir ein hoffentlich langes aktives Leben, das ich ansonsten nicht gehabt hätte.
      Abnahme vor OP: - 32,0 kg
      16. Monat Post-OP- 97,2 kg
      Gesamt: -129,2 kg
    • Sahnestueck schrieb:

      Wohl wahr und doch erschreckend oft praktiziert.
      Ja leider und ich lese auch ständig die Frage nach dem Alkohol bei FB.

      Allerdings sehe ich da nicht nur die Patienten, sondern auch die Adipositaszentren in der Verantwortung.
      Die müßten eigentlich erklären das Alkohol bei einem operierten Magen ein schlechte Idee ist.

      Die Erwartungshaltung, das ein Patient sich alle wichtigen Infos in den SHG zu holen hat finde ich unangemessen.

      Das führt dann zu solchen Fragen.
      Und wenn die EB dann auch noch von "normalem Essverhalten" (bei einem an Adipositas erkrankten Patienten) redet und sich was gönnen, wie soll das Jemand verstehen, wenn er/sie dann irgendwann wieder zunimmt!

      Die meisten fallen dann aus allen Wolken, wenn der Honeymoon vorbei ist, und sie dann mit diesem "normalen" Essen wieder zu nehmen, oder noch schlimmer erst gar nicht genug abgenommen haben.
      Gefühlt lese ich das ständig.
      Das macht mich immer wieder traurig, das denen Niemand erklärt hat, was es bedeutet eine chronische Erkrankung zu haben, und das die OP sie nicht heilt.

      Jeder ist anders und hat seine eigene Adipositas.
      Es gibt bestimmt viele operierte die trotz Adipositas Kuchen, Chips und co. essen können und (weil sie Glück haben) trotzdem schlank bleiben.
      Es gibt ja auch einige die es schaffen ohne OP ab zu nehmen und schlank zu bleiben.
      Aber es gibt mehr als genug die mit "normalem" Essen wieder dick werden.

      Natürlich kann man versuchen heraus zu finden zu welcher Gruppe man gehört, aber mir wäre das Risiko zu groß, denn die Chance auf ein schlankes Leben mit Magen-Op gibt es, bis auf Ausnahmen, nur einmal.
      Liebe Grüße Laelia
    • @Waterbottle: Danke! Ich lebe alleine und habe daher niemanden, der mich motivieren könnte oder mit dem ich gemeinsam essen kann. Und da sozialer Rückzug leider auch mit zur Depression gehört, sind meine Kontakte auch weniger geworden. Vorkochen mach ich ab und zu, und bin dann auch sehr froh, wenn ich nur was auftauen muss. Ansonsten kaufe ich oft voll guter Vorsätze Gemüse und Salat und schmeiße es dann irgendwann vergammelt weg :-( Die Idee, mit einer Freudin zu kochen, werde ich evtl. aufgreifen. Mir hat es sehr geholfen, als neulich eine da war (die ebenfalls eine Depression hat und das daher gut nachvollziehen kann) und mir beim Ausmisten von Tischdecken geholfen hat.