Bitte Kopf waschen oder vielleicht auch einfach verstehen?

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    • Bitte Kopf waschen oder vielleicht auch einfach verstehen?

      Hallo,

      Ich habe gerade das Bedürfnis mich ein wenig auszuheulen.

      Vorab: ich sehe nicht alles so negativ, wie es sich gleich vielleicht liest, aber ich bin gerade emotional echt angeschlagen.
      Ich weiß sehr wohl zu schätzen, wie gut es mir schon geht, wieviel Glück ich bisher ohne Komplikationen und Unverträglichkeiten ich bisher hatte, auch die bisher abgenommenen Kilos weiß ich sehr zu schätzen.

      Trotzdem bin ich echt frustriert, traurig, wütend und bockig gleichzeitig.
      Vier Wochen nach meiner Op habe ich ja sehr verzweifelt hier darüber berichtet, das ich nur 6,7 kg abgenommen habe, welche Ängste und welchen Druck das in mir freigesetzt hat.
      Darauf habe ich viele liebevolle und konstruktive Antworten bekommen, mit denen ich mich sehr auseinandergesetzt habe und auch hart daran gearbeitet habe, besser damit umgehen zu können.
      Ich habe also das ewige Mantra für mich beschworen, Du schaffst das, das wird schon, Du brauchst halt länger....
      Und ich habe weiter aus voller Überzeugung an meinen Regeln festgehalten, hinter denen ich immer noch stehe.
      Plus die allgemeinen Regeln eingehalten, wie Essen und Trinken trennen, auf die Trink und Eiweißmenge kommen etc. Pp.
      Ich esse keinen Zucker, kein WEißmehl, wenig Kohlenhydrate, die Mengen sind immer noch klein, ich treibe 5 mal die Woche Sport, habe meine Alltagsbewegung ordentlich hochgezogen......ich würde sagen, ich mache alles richtig. Und natürlich habe ich keine bombastischen Ergebnisse erzielt, aber jetzt gut 4 Monate Post OP habe ich zu den 9 kg vorher knapp 22 kg abgenommen.
      Das liest sich erst einmal viel, wahrscheinlich hätte ich das ohne OP gar nicht geschafft.
      AAAAber: dafür mußte ich viel tun, was ich auch gerne mache und mir auch Spass macht. Was ich damit sagen will ist, ich mußte für jedes einzelne kg kämpfen.
      Immer, wenn sich Zweifel angemeldet haben, weiter hart an meiner Seele gearbeitet, immer positiv, immer weiter geradeaus.
      Aber es blieb ein mulmiges Gefühl.
      In den letzten Wochen merkte ich dann, mh, irgendwie verringert sich die Abnahme, ok, kann am Zyklus liegen, wobei die Mens ausblieb.
      Im Moment liege ich noch bei 700 - 800 gr pro Woche. Habe aber noch satte 28 kg Übergewicht.
      Heute hatte ich dann meinen Nachsorgetermin in einem neuen AZ.
      Dort habe ich das natürlich thematisiert. Der Chirurg sagte dann, das er nach vier Monaten so eine „geringe“ Abnahme nach dieser Zeit noch nicht hatte. Und auch wenn manch einer das nicht verstehen wird, aber für mich war das gut so. Weil es etwas von ernst genommen werden hatte, in meiner Wahrnehmung, das es bei mir nicht wirklich rund läuft.
      Nicht immer ein relativieren, denn das bisherige Ergebnis ist nicht wirklich „gut“.
      Der Doc sagte dann, das er aufgrund seiner bisherigen Erfahrung, davon ausgeht, daß ich in den nächsten Monaten noch ca 10 kg abnehme, und dann ist erstmal Schluß. Das wären dann 80 kg und ich immer noch adipös, nicht übergewichtig, adipös.
      Genau das waren ja am Anfang meine Befürchtungen, das es zu wenig sein wird.
      Natürlich ist das nicht in Stein gemeißelt, er ist schließlich Arzt und kein Hellseher. Trotzdem ist eine Tendenz ja definitiv erkennbar.

      Natürlich war ich hinterher traurig und verzweifelt. Mein Mann hat dann versucht, mich zu trösten, in dem er sehr sachlich argumentiert hat, was ich schon geschafft habe, wie diszipliniert ich bin, das 80 kg doch toll wären...
      Aber das konnte ich in dem Moment nicht annehmen. Ich wollte nicht schon wieder tapfer, positiv und stark sein, ich weiß einfach, erstmal müssen die Gefühle raus, rausgemotzt und ausgeheult werden, sonst bohren sie weiter und weiter.
      Und es fällt mir im Moment schwer, diese Aufbauversuche von meinem Mann anzunehmen. Denn er ist jetzt 4 Monate nach der Op noch 8 kg von seinem Normalgewicht entfernt. Ich habe das Gefühl, auch wenn er es noch so sehr versucht, er kann mich gar nicht verstehen. Er gehört zu den echt fixen Abnehmern.
      Jetzt in diesem Moment muß ich aufpassen, nicht bitter zu werden. Und mir nicht zu sehr selber leid zu tun.
      Aber so sehr ich auch mit dem Kopf dagegen angehe, es tut einfach weh.....die Bewunderung die meinem Mann entgegenschlägt, die gönne ich ihm von Herzen, aber mir tut das weh.
      Die tollen Erfolge, die ich hier lese, das freut mich für jeden so sehr, aber mir tut es manchmal weh.
      Und ja, ich gebe es zu, ich bin neidisch! Schlechter Charakterzug, aber es ist so.
      Ich habe mich wirklich sehr gut und intensiv auf diese OP vorbereitet. Und ich habe geglaubt, wenn ich nur genug will, wenn ich mich nur genug anstrenge, hart an mir arbeite, dann klappt das......nein, all das ist kein Garant für den „Erfolg“.
      Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, vielleicht trotz Op für immer Adipös zu bleiben.

      Ich weiß, das ich nichts dafür kann, das ich keine Schuld habe, trotzdem fühlt es sich gerade ein wenig wie versagen an.

      Ich steh auch wieder auf, konzentriere mich auch wieder auf die positiven Seiten, ich werde mein Ding genauso straight durchziehen wie bisher.....aber jetzt, genau jetzt möchte ich eigentlich heulen und Tobsuchtsanfälle kriegen, die halbe Welt verfluchen und rumschreien, wie ungerecht ich das gerade finde.

      Heute ist der erste Tag, wo ich mein altes Auto vermisse. Ich würde gerade so gerne mit 130 über die Autobahn düsen, in meiner alten Karre, einfach Druck rauslassen.....mit Männes Auto macht das keinen Spass, da spürt man die Geschwindigkeit nicht so....

      Vielen Dank, wer es echt bis hierhin geschafft hat. Vielleicht kann mich ja der ein oder andere verstehen.

      LG Waterbottle, heute wohl nochmal das Laufband mißbraucht
    • Ich kann dich sehr gut verstehen :knuddel:
      Manchmal muss man einfach heulen, mir dem Fuß aufstampfen und alles richtig rauslassen. Tu das ruhig.
      Irgendwann kommt auch wieder die Zeit des tapfer seins und der Stärke.
      Du hast so viel geschafft und musstest dich dafür so sehr anstrengen... bei dir lief es eben nicht so locker-flockig wie bei vielen anderen.
      Dass man da auch mal seine Wunden lecken muss, ist völlig klar.
      Nimm dir ruhig die Zeit dafür.
      Ich schicke dir mal eine virtuelle Umarmung und viel Kraft <3
    • Hm, ich tu mich ein bisschen schwer mit der „Vorhersage“ des Arztes. Hier sind viele, die auch im 2. Jahr nach OP noch weiter abnehmen. Ich glaube nicht, das man das so verallgemeinern kann.
      Ich finde meine Abnahme übrigens super und das waren in 3 Monaten „nur“ 19 kg. Mein AC ist damit total zufrieden, sie rechnen die Abnahme von 15 kg vor der OP übrigens mit ein. Auf die soll ich besonders stolz sein.
      Ich empfinde jedes Kilo das geht als Geschenk, es macht mein Leben leichter. Sollte ich bei 80 Kilo enden, wäre das mein Wunschgewicht (vielleicht bin ich mit 1,69 m grösser, das kann natürlich sein). Ansonsten habe ich Sorge wie meine Haut aussieht und ich habe nicht vor mich einem WHO Marathon zu unterziehen. Maximal eine Bauchstraffung, mehr kommt nicht in Frage.

      Ich halte es für extrem unglücklich, das du und dein Mann in einem ewigen Vergleich festhängen. Du hattest von Anfang an keine Chance mitzuhalten und auch die Außenwelt betrachtet es natürlich nicht objektiv, sondern lobt immer den „krasseren“ Effekt bei deinem Mann. Das verstärkt dann deine Unzufriedenheit zusätzlich.

      Auch wenn’s nicht hilft, ich denke deine Abnahme ist gar nicht so schlecht und wann und wo die endet weiß doch in Wirklichkeit kein Mensch. Versuche positiv zu bleiben.
      Beginn MMK Dezember 2019 - 134,5 kg auf 1,69 m
      OP Sleeve 07.August 2020 - 119,5 kg
      07. September 2020 - 110,9 kg
      07. Oktober 2020 - 105,2 kg
      07. November 2020 - 101,2 kg
      10. November 2020 - 99,9 kg endlich UHU :love:
    • Liebe @Waterbottle

      Zuerst fühl dich mal lieb gedrückt; und lass deinen Frust raus.

      Aber…. dann aufstehen, Krönchen richten und weiter geht's.

      Du hast auch ums Kopfwaschen gebeten; ich erlaube mir das ganz lieblich:

      1. vergleich dich bitte nicht mit deinem Mann. Männer und Frauen nehmen Grundsätzlich schon sehr verschieden ab.

      2. Packe mal 22kg Mehl in einen Rucksack und Hänge dir diesen an. 22 kg + 9kg von vor OP. Tolle Leistung, und dein Körper wird es dir Danken.

      3. Ich komme nochmals auf die 22kg in 4 Monaten, Liebes, das sind mehr als 1kg in der Woche. ob du es wahr haben willst oder nicht. Ich persönlich habe auch kontinuierlich 1kg in der Woche abgenommen.

      4. Wieso machst du so oft Sport? Ich persönlich habe zu Anfang einmal die Woche eine Lektion Pilates und eine Lektion Aquafit gemacht. Das hat meinem Körper völlig gereicht um die Abnahme am laufen zu halten. Vielleicht ist genau das dein Problem. Du kannst zu wenig Essen für die Menge die du verbrennst und dein Körper schaltet automatisch auf stur oder Notprogramm.

      5. Das ich kontinuierlich abgenommen habe, habe ich schon erwähnt. Ziemlich genau auf den Tag 1 Jahr nach meiner OP war ich auf meinem persönlichen Wunschgewicht. Und ich habe das nicht am BMI festgetackert, sondern an meinem persönlichen Wohlbefinden. Bin übrigens bei ca. 112kg gestartet und stehe heute fast 6 Jahre nach OP um die 72kg.

      6. Was tue ich dafür? Ganz am Anfang habe ich das gegessen was mich gelustet hat. Lange mochte ich keinen Süssigkeiten und auch keinen Kaffee mehr. Das hat sich beides wieder geändert. Mit der Zeit habe ich meinen Fokus auf das Eiweiss gelegt als die Mengen wieder Grösser wurden. Das mache ich auch heute noch. Ich erlaube mir alles, wirklich alles. Ich esse gesund und ausgewogen, und man möge mich steinigen, auch regelmässig etwas süsses. In kleinen mengen. Seit ein paar Jahren gehe ich, wenn die Center nicht gerade wegen Corona geschlossen haben, 2-3 mal die Woche zu einem Kraft- und Ausdauertraining. Ich halte bis heute mein Gewicht Problemlos. Und ich denke, nach fast 6 Jahres mit Bypass kann ich mich als älteres Häschen bezeichnen.

      Dies ist für mich der richtige Weg, und vielleicht für dich einen Input.
      Eine Menge Sport muss nicht auch immer eine Gute Abnahme bedeuten.

      Herzliche Grüsse
      Pinky
    • Fühle dich mal ganz lieb gedrückt!

      Deine Ängste, Sorgen und auch deinen Ärger und deine Wut kann ich gut verstehen und nachvollziehen

      Meine größte Angst ist es auch, dass sich die Abnahme nach der OP in Grenzen halten wird und ich dann zwar ohne Magen aber mit dickem Bauch und Po dumm rumstehe.

      Und du darfst auch neidisch sein. Solange du deinem Mann seinen Erfolg gönnen kannst, ist das nicht wirklich Neid sondern vielmehr ein tiefgehender Wunsch, der absolut okay ist. Meine Ma hat immer gesagt: "neidisch ist, wer nicht gönnen kann".

      Ich kann dir nicht versprechen, dass es besser wird und dass auf einmal die Pfunde wieder purzeln. Aber so wie ich das sehe und verstehe, tust DU alles erdenklich mögliche, um einen weiteren Gewichtsverlust zu ermöglichen.

      Du gibst dein Bestes und darauf kannst du dir was einbilden. Meistens tun wir nämlich gerade mal das Nötigste, um im Leben klar zu kommen. Und solange du dein Bestes gibst, hast weder du selbst noch irgendwo sonst dir etwas vorzuwerfen.

      Ich glaube ja, das es auch beim Abnehmen zu so was wie Performance Anxiety (ich glaube in Deutschen sagt man Leistungsdruck - aber hier nur auf eine bestimmte Herausforderung bezogen) geben kann und es zum Teil zur Kopfsache wird.

      Vielleicht machst du weiter wie bisher, packst die Waage weg und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein (ich weiß gerade nicht, ob das für dich oder für mich selbst gedacht war 8| ).

      Und ich finde es klasse, dass du deinen Gefühlen Ausdruck verschaffst.

      Bleib am Ball, Vergleiche dich nicht mit deinem Mann sondern mit dir selbst.... Vor 1 Monat... Vor 1 Jahr.....

      Heul dich aus, Schrei es raus.... Aber Gib nicht auf.

      Ganz liebe Grüße aus dem Pütt

      Lotte




    • Ohje, lass den Kopf nicht hängen. Aber ehrlich gesagt habe ich mit deinem Tread gerechnet, es hat sich die letzten Tage schon ein bisschen abgezeichnet an deinen Einträgen...

      Auch ich könnte jetzt einstimmen und noch einmal alles wiederholen, denn jeder hat recht: 22 kg in 4 Monaten! Hammer. Auch ich habe in 4 Monaten knappe 25 kg angenommen und bin mit einem BMI von 46. Das hätteeigebtlich auch mehr purzeln müssen. Aber heute, 1 Jahr nach OP bin ich so glücklich wie nie. Ich ziehe mich gern schick an. Habe eine Leidenschaft für Kleider entwickelt, die ich früher nie getragen habe. Deine Zeit wird kommen. Glaub es mir. Es lohnt sich jeder Schritt.
      Dein AZ ist mir etwas befremdlich. Bei uns haben sie eine ganz einfache Rechnung, die sich aus weltweiten Durchschnittswerten nach MagenOPs ergibt und die besagt: Nach einer MagenOP ist das Ziel innerhalb eines Jahres 60 % des bestehenden Übergewicht zu verlieren. Dann gilt die OP als erfolgreich. Bei uns wurde das ganz offen kommuniziert. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Dinge versprochen werden, die der Durchschnitt nicht erfüllen kann, nicht erfüllt.
      Lass dich vom AZ nicht unter Druck setzen. Schau, wie es nach einem Jahr aussieht und wenn du das Gefühl hast, dass dein AZ dich nicht versteht, dann hol dir eine Zweitmeinung ein.

      Teste auch mal neue oder andere Lebensmittel. Manchmal hilft es etwas KHs einzubauen, dann hat der Körper wieder etwas mehr Energie. Bei 5 mal Sport die Woche wirst du die auch brauchen. Vielleicht isst du auch einfach zu wenig.

      Ich drücke dich ganz fest und wünsche dir schnell über dein Tief hinweg.
    • So, jetzt hier hin:

      Was mir gerade noch aufgefallen ist, kommst du mit deiner Ernährung auf genügend Eiweiß?Das gibt es ja heute bei dir und ich finde, dass es sich nicht nach ausreichend Eiweiß liest. Kann mich aber auch täuschen. Frühstück die gleiche LeierKartoffelstampf mit SauerkrautEiweißquarkEi in welcher Form auch immer Evtl. zum Kartoffelstampf (Klugscheißerhinweis von mir: gar nicht gut für den Insulinspiegel ist der Kartoffelstampf und Insulin bremst die Fettverbrennung. Ich esse es auch gern mal, aber nur einen Esslöffel dazu viel Eiweiß) noch etwas Eiweißhaltiges. Ich hoffe ich trete dir jicht zu nahe damit. Es ist jedenfalls auf keinen Fall böse gemeint. Hab es nur gerade gelesen.
    • Bei mir war der Grund für den Stillstand simple. Grundumsatz von 970 kcal. Und damals war ich wegen meiner Schulter und dem LWS noch nicht im Fitnesscenter. Mir blieb nur Geduld. Ich brauchte 5 Jahre um 100 kg abzunehmen, aber ich habe es geschafft. Am 27.11. sind es in der Tat 5 Jahre. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Alles Gute Dir. :tatschel:
      Liebe Grüsse Heike ...... und @llseits einen schönen Tag :katze:
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    • Liebe Waterbottle,

      ich fühle wirklich mit Dir - denn unsere Geschichten gleichen sich sehr. Auch ich habe deutlich weniger abgenommen als alle Operierten, die kurz vor oder nach mir unters Messer kamen. Das erfahre ich (leider) z.B. bei jedem Gruppentreffen meiner Ernährungstherapeutin und natürlich auch hier durch entsprechende Forumseinträge. Ich habe in den letzten 18 Wochen seit OP noch nicht einmal 19 kg abgenommen, genauer gesagt waren es am Montag nur 18,7 kg!!! Zusätzlich stagniert es immer mal wieder 7-10 Tage. Aber dann ist doch irgendwann wieder ein Pfund oder auch etwas mehr runter. Es geht insgesamt im Schneckentempo und ich hadere natürlich zeitweise sehr damit.

      In meiner Klinik sagen sie, dass ich zwar klar im unteren Abnehmbereich liege - dass ich aber trotzdem noch "normal" bin und nicht aus der Statistik falle. Bei mir tippen sie als Ursache auf das relativ hohe OP-Alter (ich bin 60) und den schon vorher völlig ruinierten Stoffwechsel. Ich solle aber froh sein, dass ich gar nicht so rapide abnehme, das tue meiner Haut und dem Bindegewebe gut und mein Körper könne dieses Tempo sicher besser verkraften, es würde mir vermutlich deutlich schlechter gehen, wenn ich rasant abnehmen würde. Hm ... Klarer Fall von verbaler Kosmetik, ggf. ist allerdings doch ein Körnchen Wahrheit dabei. Auch ich mache wohl alles richtig, aber es geht halt nicht schnell(er), damit muss ich mich abfinden. Und auch ich hätte die 19 kg auf konventionellem Wege wohl gar nicht mehr geschafft, insofern freue ich mich über jedes Gramm, das verschwunden ist.

      Die Aussage Deines Chirurgen finde ich ziemlich krass. Wenn man mir das gesagt hätte, wäre ich total niedergeschlagen, denn ich habe noch einen sehr langen Weg vor mir, mit "nur" weiteren 10 kg ist es da nicht mal im Ansatz getan! Seine wenig motivierende Zukunftsprognose finde ich ... nun, um es mal vorsichtig zu fomulieren: wenig hilfreich bzw. sogar ein wenig fahrlässig. Hellsehen wird er ja kaum können ...

      Es erzählt aber auch jeder etwas anderes. Eine Endokrinologin sagte mir gerade, sie hat die Erfahrung gemacht, dass es bei ihren Leuten, die total schnell abgenommen haben, manchmal schlagartig vorbei war, egal was die noch versucht haben. Und dass Patienten, die total langsam abnahmen, das über eine sehr lange Zeitspanne kontinuierlich schafften. Denken wir positiv und hoffen wir, dass das auf Dich, mich und alle anderen Langsam-Abnehmer zutrifft! :positiv:
      Optimismus ist nur ein Mangel an Information. (Heiner Müller) :P
    • Ich kann dich verstehen. Bei mir gingen die ersten 30 Kilo geschmeidig dann war es harte Arbeit. Insgesamt Max 40. das ist erst mal mehr als bei dir, ich komme aber bin 140 Kilo mit einem bmi von 54.
      mein Gewicht liegt nach wie vor im fie 100 Kilo, ich habe einen bmi von 39,x und das ist eine Adipisitas grad 2 an der Grenze zur 3.
      ich hab lange gebraucht es zu akzeptieren. Jetzt geht es mir besser nachdem ich mich damit abgefunden habe.
      Mein leben ist besser, ich habe auch beruflich viel erreicht. Ich bin mit mir im reinen.
      Dienstag war ich in az. Ich habe mit negativen Kommentaren gerechnet. Kam nichts allerersten zufrieden.
      nancjmsl muss man lernen dich an dem zu erfreuen was man hat. Und es ist ja trotzdem eine Abbahme möglich. Und manchmal geht es erst weiter wenn man sich selbst akzeptiert.
      du hast viel geschafft, erfreu dich daran und sei stolz auf dich. Vergleich dich nicht mit anderen.
      Mund was den Chirurg betrifft, den Satz hat er nich nicht erlebt hätte er dich schenken können
    • Ihr Lieben,

      Vielen, vielen Dank für Eure liebevollen Antworten und auch für das Verstehen. Das tut einfach mal gut, das Gefühl zu haben, mein ist mit seinen Gefühlen kein Außerirdischer, sondern normal.
      Inzwischen hab ich mich auch ein wenig gefangen, ich mußte nämlich Schuhe kaufen.... und Schuhe kaufen ist eine Ar...geige und ich bin jetzt zu kaputt um sauer, traurig oder verzweifelt zu sein.

      @Rauhfußkatz Vielen lieben Dank für Deine lieben Worte und die Umarmung. Es tut echt gut, verstanden zu werden. Und ja, ich bin so, ich muß rauslassen, um weiterzukönnen. Ich kann Dinge nicht in mich reinfressen...vielleicht habe ich deswegen nie Depressionen bekommen.

      @Grisu X Auch Dir danke ich sehr. Ja, Du bist deutlich größer als ich, ich bin nur ein Zwerg von 1,60 cm. Mein angepeiltes Ziel waren halt die 70 kg. Dann bin ich zwar immer noch übergewichtig, aber nicht adipös. Ich will aber auch kein Model mehr werden, aber ich möchte fit und gesund alt werden, nicht immer die Dicke sein, bei jedem Arzt auf den Deckel bekommen, Kleidung in normalen Geschäften kaufen können...

      @Pinky82 Vielen, vielen Dank für Deine tolle Antwort und das Kopf waschen. Krone ist noch in Reparatur, aber ich denke, in einigen Tagen ist sie wieder fest auf meinem kleinen Dickschädel, der gerne mit dem Kopf durch die Wand will....
      Ja, ein Kilo die Woche, damit wäre ich ja zufrieden, aber die habe ich im Moment einfach nicht mehr. Und das hat mir einfach echt Angst gemacht...ein langsamer Start und dann nach vier Monaten noch weniger. Das hab ich einfach nicht gepackt.
      Ich freue mich auch total über die verlorenen Kilos, ernsthaft, weil ich Dinge wieder kann, die ich lange nicht mehr konnte....mein Leben ist so viel aktivier und auch schöner geworden. Die Dinge die ich wieder kann, sind z.B. der Sport. Also ich bezeichne das als Sport, vielleicht ist das aber gar kein richtiger Sport? Ich gehe im Schnitt halt 5 mal die Woche, manchmal auch 6 mal die Woche aufs Laufband. Für 30-40 min und power mich da aus.
      Angefangen habe ich damit vor der OP, weil ich wußte, ohne Bewegung geht es nicht. Aber ich hab es gehasst.
      Und inzwischen ist da etwas ganz seltsames passiert, ich liebe es. Ich liebe diese morgendliche Routine, Kaffee im Bett, aufs Laufband, meinen Körper spüren, duschen, Lieblingskörperöl, Frühstück.
      Heute mache ich das nicht mehr für die Abnahme, sondern wirklich nur noch für das Gefühl, das Gefühl, der Zufriedenheit, den Kopf frei zu kriegen, zu spüren, wie mein Körper immer leistungsfähiger wird.
      Dieses Training hat mir so viel ermöglicht in den letzten Monaten.....einen Urlaub auf einer autofreien Insel z.B., ein für mich unvergessliches Erlebnis.
      Ich konnte letzte Woche 3 Tage nicht aufs Laufband, nicht draußen die langen Runden drehen, weil ich Probleme mit dem ollen Fuß hatte...Es hat mir gefehlt, richtig gefehlt.
      Ansonsten mache ich nur regelmäßig krankengymnastische Muskelübungen.

      @TigersLotte Deine Nachricht hat mich wirklich berührt. Die Erklärung Deiner Ma ist toll! Ich hab mich für meinen Neid wirklich geschämt, aber ich kam auch nicht aus meiner Haut. Ich wünsche Dir auf jeden Fall, das Deine Abnahme so für Dich verläuft, wie Du es Dir wünscht, und das Du die Zeit richtig genießen kannst!

      @happyroni Ach Du liebe, bin ich so durchschaubar? Ich gebe zu, ich kann meine Stimmungen sehr schwer verbergen, weder die negativen, noch die positiven.
      Zum Thema AZ möchte ich anmerken, ich habe gewechselt und hatte heute die erste Nachsorge im neuen AZ, weil im alten so viel schief gelaufen ist und mein Vertrauen total im Eimer war. Der Chirurg heute war echt klasse, er hat mir Dinge erklärt, Zusammenhänge erläutert, mir das Gefühl gegeben, jawoll, der nimmt mich Ernst.
      Klar, das mit den weiteren 10 kg fand ich auch nicht witzig. Aber, er hat da nicht gesagt, das ist so, sondern er geht aufgrund seiner Erfahrung davon aus. Und er hat gesagt, es gibt später dann Möglichkeiten, noch etwas zur erreichen. Wenn man sein Gewicht z.B. 1-2 Jahre gehalten hat, der Stoffwechsel sich erholt hat, dann wäre vielleicht auch noch was machbar. Er hat mir auch erklärt, was er sich vorstellen kann, woran es liegt, das es bei mir eben nicht so flutscht wie bei den meisten anderen. Das hat mich natürlich traurig gemacht, aber mich auch irgendwie entlastet. Weil er andere Gründe findet, als persönliches Versagen.

      Du hast gefragt, ob ich mit meiner Ernährung auf genügend Eiweiß komme. Jain. Rein über die Nahrung komme ich da auf gar keinen Fall hin, das schaffe ich einfach nicht. Ich füttere also täglich 40 gr. Fresubin zu.So schaffe ich dann meine 60-70 gr. Mir fällt als ehemaliger Veganerin das permanente Eiweißessen echt schwer, weil ich vieles auch echt nicht mag. Hüttenwesen, Harzer, Feta, die meisten Fleischsorten, jeglicher Fisch außer Thunfisch, das kriege ich einfach nicht runter. Ich glaube, uns gehört die Hälfte der Herstellerfirma Fresenius.....wir knallen hier zu zweit echt 12-15 Dosen Fresubin im Monat durch.

      Mit der Kartoffel hast Du recht, und ich sehe auch zu, das so etwas nicht so oft vorkommt. Aber manchmal brauche ich eine kleine Menge Kohlenhydrate zum Mittagessen, weil es sonst schwierig wird, nicht immer das Gleiche zu Essen. So Sachen wir selbstgekochte Bolognese, Gulasch etc esse ich inzwischen ohne Beilagen. Aber ganz ohne Kohlenhydrate ist echt schwer. Abends geht das. Mittags auch häufiger, aber leider nicht immer, aber ich arbeite dran.
      Du bist mir da übrigens nicht zu nahe getreten, im Gegenteil, ich finde Fragen über die ich nachdenken kann sehr bereichernd!
      Kleider? Niemals bei mir, kicher, das hab ich alles früher hinter mir. Ich gebe meine Kohle inzwischen vornehmlich für Outdoorklamotten aus. Das wiederum hätte ich von mir niemals gedacht ;-) Aber ich freue mich für Dich, das Du daran Spass hast!

      @*Heike* Du bist für mich übrigens der größte Knaller! Ganz ehrlich, ich bewundere Dich für den Weg, den Du gegangen bist, ich habe viele alte Beiträge von Dir gelesen. Ich hab mich immer wieder gefragt, wie Du das ausgehalten hast, und das mit einer solchen Ruhe? Ich Weichei gehe ja jetzt schon die Wände hoch.
      Am krassesten ist es ja, das es so schwierig für Dich war und Du jetzt aufpassen musst, nicht noch mehr abzunehmen. Das hinterlässt bei mir ein bisschen Hoffnung, das es bei mir doch noch klappen könnte. Hut ab vor Deinen Nerven!

      @Maine Es tut mir für Dich leid, das Du irgendwie ähnliche Erfahrungen machst wie ich. Es ist manchmal einfach hart, wenn man hier liest, Dinge im realen Leben erlebt. Allerdings macht mir Gott sei DAnk das AZ keinen DRuck. Dem alten AZ war das total egal, die haben mich einfach völlig hängen lassen, im neuen hat man mir wenigstens das Gefühl gegeben, zu verstehen und mich ernst genommen.
      Genau diese verbale Kosmetik konnte ich die letzte Zeit echt nicht mehr ertragen. Weil, ich sehe ja was passiert. Ich möchte dann lieber ernst genommen werden und dann tut es vielleicht auch mal weh, aber ich sehe dann, ich kann meiner eigenen Wahrnehmung trauen und bin nicht völlig bescheuert.

      Ich wünsche uns beiden auf jeden Fall, das wir mit einem langen Atem an unsere erträumten Ziele kommen. Denn aufgeben fällt ja aus, wegen: ist gestrichen ;-)
    • @Mellimaus21 Vielen, vielen Dank, das Du mir geantwortet hast, ich weiß Deine Offenheit gerade sehr zu schätzen!
      Denn es gibt die Operierten, bei denen es nicht so läuft, aber irgendwie liest man sehr selten darüber. Oder, vielleicht liest man vor der OP selektiver, weil man das gar nicht lesen will? Ich weiß nur, das ich damit nicht gerechnet habe. Ich habe keine Wunder erwartet, aber das nun auch wieder nicht.

      Ich glaube, die Sache mit der Akzeptanz, das bekomme ich noch nicht hin. Aber wenn ich wirklich an dem Punkt ankomme, wo nichts mehr geht, dann werde ich an Deine Worte denken, und alles daran setzen, mich damit abfinden zu können und meinen Frieden zu machen.
    • Ich verteufel KHs gar nicht. Dafür esse ich sie auch zu gern, aber heute kontrollierter. Nur im Speziellen Kartoffelbrei ist, sagen wir mal ganz salopp, tödlich... Die Kombination aus Milch und Kartoffel als Brei. Ich liebe mein 1/3 Brötchen am Wochenende und einen Bissen Brezel. Dafür würde ich einiges machen. Unter der Woche bin ich auf Proteinknäckebrot oder Proteinkräcker zum Frühstück ausgewichen mit Kräuterquark und Käse. Ich brauche einfach was zum Kauen. Gibt es bei uns Spaghetti, dann esse ich die auch, aber mache mir zusätzlich noch Zuchhini oder Karottenspagehtti dazu, sodass der KH Anteil geringer ist. Das schmeckt zu so einer Bolognese einfach super. In unserer EB direkt nach der OP hieß es, toppt so viel wie geht mit Käse oder Ei. Sättigt länger und gibt Eiweiß.
      Aber wenn du das Pulver gut verträgst, dann ist das doch auch super. Mich kann man damit jagen.

      Du wirst aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.

      Dass Dein neues AZ Dich Ernst nimmt und Du Dich vor allem auch Erst genommen fühlst ist wichtig und wird Dir den Rücken stärken und Mut geben, dass dein Weg noch nicht zu Ende ist. Auf deinem Weg gibt es eben etwas mehr Bänke, auf die man sich setzen kann und den Zustand genießt, eben öfter und länger als andere, aber das Ziel ist dennoch nicht weg.
      Auch einen Marathon kann man nicht gewinnen, wenn man zu Beginn sich komplett verausgabt. Kopf hoch, es geht weiter und wird am Ende richtig gut!
    • Waterbottle schrieb:

      @happyroni
      Magst Du mir mal erklären was an der Kombi Milch und Kartoffeln nicht gut ist? Ist Milch da anders zu werten als Quark? Das war mir bisher noch gar nicht bekannt....aber ich würde die Hintergründe gerne verstehen
      Ich habe das damals bei meinem Schwangerschaftsdiabetes gelernt. Denn da kam es auch auf die KHs an. Es ist wohl so, je mehr ein Produkt, was KHs enthält verarbeitet wird, desto mehr werden auch die langkettigen KHs zerstört, die der Körper nicht so schnell in Zucker umwandelt, wie kurze. Also durch das pürieren oder stampfen macht man es dem Körper einfacher, weil er es nicht mehr erledigen muss. Dadurch steigt der Insulinspiegel sehr schnell an und sinkt auch sehr schnell wieder, was Heißhunger oder allgemein Hunger auslösen kann. Wenn du ein Stück Butter dazu gibst, kann der Körper es nicht so schnell verarbeiten, weil Fett die ganze Sache bremst und den Insulinspiegel dadurch langsamer ansteigen lässt.

      Ich hoffe es war ein bisschen verständlich für dich. So waren zumindest die Erkenntnisse vor knapp 10 Jahren. Da würde uns vorgebetet, dass Kartoffelbrei mit das Schlechteste ist, was man gegen Hunger essen sollte.
      Klar muss es mal sein, aber seit ich mir dad mal wieder ins Gedächtnis gerufen habe, achte ich halt drauf.