Hausarzt verweigert KH-Einweisung

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    • Hausarzt verweigert KH-Einweisung

      Liebe Community,

      ich habe so eben ein größeres Problem bekommen, was meine OP doch noch verhindern könnte und muss eben mal Frust ablassen:

      Mein Hausarzt verweigert mir die Krankenhauseinweisung. Mein KH operiert ohne Kostenzusage, er fürchte am Ende selbst die Kosten tragen zu müssen, es gäbe überhaupt keine Veranlassung zur OP (ich habe einen BMI von über 55), vor allem nicht ohne Diabetis, solche Operationen sind angeblich niemals Kassenleistung, etc., etc. Er wolle sich noch einmal die Gutachten, die er schwamming formuliert fände, ansehen - das werde er aber keinesfalls vor Donnerstagnachmittag schaffen. Wir reden hier von ~20 Seiten.

      Das Krankenhaus war selbst völlig verblüfft davon, wie das den sein könne, die OP stünde mir nach den S3 Leitlinien mit einem BMI von über 50 doch zu. Auch das hat ihn nicht beeindruckt. Daraufhin gaben sie mir den Tipp alle möglichen Ärzt abzutelefonieren - was ich gerade mache. Bisher haben alle abgelehnt.

      Das ist so ätzend, ich habe diese Gutachten gemacht und bezahlt, bin diesen Weg gegangen und jetzt scheitert es möglicherweise an der Unwilligkeit meines Hausarztes...


      Liebe Grüße,
      Atreyus
    • Ich habe die in der näheren Umgebung alle abtelefoniert, die nehmen alle keine neuen Patienten mehr auf und schreiben auch diese Einweisung nicht. Ich bin jetzt bei meinem alten Hausarzt in meinem Dorf, ich hoffe da über die Connections von meinem Vater, der da nach wie vor Patient ist, durchzukommen.

      Den Hausarzt werde ich auf jedenfall wechseln, er hat mir schon ein paar Tage zuvor die vom Krankenhaus empfohlene Behandlung eines starken Vitamin D-Mangels auf Basis deren Gutachtens abgelehnt ohne selbst eines erstellt und alles überprüft zu haben.
    • Der Tipp von @rosa123 ist super. Ich sage es bei meinem auch nicht. Ich schreibe immer ein Mail mit der Bitte um Ausstellung einer Einweisung aus diesem Grund. Verweigern darf er dies nicht. Aber ich kenne das Drama mit Hausärzten. Da hilft nur dran bleiben.
    • Hallo @Atreyus

      ich würde in deinem Fall mal die Telefonnummer von dem Rechtsanwalt "Tim Werner" im Netz suchen. Hier hatten einige Kontakt mit ihm
      und er ist gerade was Adipositas-OPs angeht, extrem erfolgreich. Ich denke nämlich mal, das dein HA dir die Einweisung gar nicht verweigern darf und in der Pflicht ist.
      Das würde ich Herrn Werner mal checken lassen und ihm im Notfall auch einen schnellen Brief schreiben lassen.

      Dein HA in deinem expliziten Fall: ein Depp. Anderweitig mag er echt gut sein, aber da schießt er deutlich übers Ziel hinaus.
    • Kann dich dein AZ nicht selbst einweisen. Manche können ohne auskommen. Ich brauchte nur eine Überweisung für das AZ die KH Einweisung haben die ausgestellt ich brauchte eine Kostenzusage für beide OPs obwohl die zweite anhand der ersten schon mit Genehmigt war
    • Bei der Ärztekammer melden - auch wenn er weiter so doof macht und es nichts bringt. Den administrativen Aufwand hat er dennoch - so wie du jetzt. Unfassbar- man muss nicht dafür sein aber so dagegenhalten ist ja nicht normal.
    • Hy,

      Sorry, wenn ich irgendwo etwas überlesen habe, ich doof nachfrage aber ich verstehe da etwas nicht :

      Wie hast du den OP Termin zum 29.07 bekommen ? Ich meine, du bist doch nicht zum Krankenhaus gegangen, hast gesagt "So da bin, das müssen wir einmal machen", oder ? Irgendwer hat dich doch in KH geschickt, es wird doch Gespräche mit irgendjemanden im Vorfeld gegeben haben ? Wer hat die OP angeraten, wer begleitet dich ? Wenn ich das richtig verstehe, gibt es ein Gutachten, welches sagt, das eine OP angeraten ist ? Oder ist es einfach nur ein Gutachten, welches dir von der psychologischen Seite das "GO" gibt ? Was ist die "S3 Leitlinie" ? Ich kenne Leitlinien als "Empfehlung" aber nicht als "Muss"

      Das Krankenhaus verdient Geld mit der OP - natürlich will das Krankenhaus die Betten vollbekommen und operieren - Krankenhaus und Krankenkasse haben wahrscheinlich eine ziemlich konträre Meinung und der Arzt steht in der Mitte.

      Ich glaube auch nicht, das dir einfach so etwas "zusteht" - auch hier wird es Empfehlungen geben und wenn das einem zustehen würde, wieso "rennen" alle ins Adipositaszentrum und gehen den langen weg, damit die Krankenkassen grünes Licht geben ?

      Wenn die OP von niemandem angeraten wurde, du kein GO von der Krankenkasse hast - wie stellst du dir mit der OP vor ? Was passiert, wenn die Krankenkasse ( Im Nachhinein ) sagt "NEIN" ? Wer zahlt am Ende den Deckel ? ich meine - und ich kenne mich da nicht aus - aber wenn eine OP durchgeführt wird, die niemand abgesegnet hat und am Ende passiert etwas - wer haftet ? Und Mal böse gedacht - die OP wird durchgeführt und am Ende sagst du "Nö, so wollte ich das nicht" und verklagst den Arzt wegen Körperverletzung - wer haftet ?

      Wenn ich Arzt wäre und ich würde dich nicht kennen, würdest du von mir auch keine Einweisung ins Krankenhaus bekommen. Lies bitte auch einmal das dazu :

      kanzlei-wbk.de/aktuelles-mediz…ess-und-haftung--155.html

      Also mein Weg war Sport + Protokoll, Ernährungsprotokoll, Blutanalyse, Ernährungsberatungen, Psychologisches Gutachten und ich habe noch kein GO für die OP.
      Wie war dein weg ? ich finde es schwer, etwas zu sagen, wenn man gar keine Hintergründe kennt. Magst du da Mal etwas Licht ins Dunkel bringen ?

      Falls alles rechtes ist, die OP angeraten ist, würde ich folgenden weg gehen - sprich mit dem Hausarzt, das du die Einweisung haben möchtest und wenn nicht, lässt du es deinen Rechtanwalt kurz überprüfen, ob das rechtens ist.
      Ob du einen Anwalt hast oder nicht, völlig egal -sag es ihm einfach in einem netten und sehr sachlichen Ton.

      "Bitte stellen Sie mir die Überweisung für das Krankenhaus aus, da dies eine zwingend notwendige OP ist".
      "Oh, Sie können nicht ?"
      "Ich hatte dies anders gesagt bekommen aber das ist nicht schlimm, ich lasse das auch noch einmal von meinem Rechtsbeistand prüfen, vielleicht haben Sie ja Recht"

      Du hast sicher ein Recht auf Überweisung aber du hast wahrscheinlich kein Recht auf Einweisung - aber ich bin da kein Profi, das ist nur meine Meinung.

      Viele Grüße

      Frank
    • Es gibt S3 Leitlinien, die vorschreiben, unter welchem Voraussetzungen und unter welchen Bedingungen eine OP stattfinden kann. Kein Arzt stellt einen Antrag bei der Kasse, wenn er einen Stent schiebt oder die Gallenblase entfernt. Es liegt in der Verantwortung des Arztes die OP zu genehmigen, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.
      Da die KHs in Vorleistung gehen müssen und einen eventuellen Rechtsstreit als KH gegen die Kasse scheuen, machen die OP ohne Antrag meist nur größere AZs. Aber wenn alles Voraussetzungen erfüllt sind, dann gewinnt die Klinik immer den Rechtsstreit.

      Mir hat auch niemand zu der OP geraten.
      Ich bin zum AZ, haben einen Termin ausgemacht zur Beratung und bin dann den Weg gegangen. Man braucht für das AZ nur die Krankenkarte. Mehr nicht.

      Und dass der HA auf den Kosten sitzen bleibt ist doch Blödsinn. Wenn, dann wäre es das KH das operiert, aber die sichern sich ab, indem sie die Gutachten etc. einholen.
      Und eines ist ganz klar. Mit einem BMI über 50 muss nur ein psychologisches Gutachten vorliegen. Die S3 Leitlinie verlangen nicht mal ein verkürztes MMK, was viele AZs aber dennoch wünschen, weil es nicht schadet.
    • Vielen Dank für den vielen Zuspruch! Es tat gut zu hören das andere ähnliche Problematiken kennen und wie man am besten damit umgeht. ^^

      Mein alter Hausarzt wird mir übermorgen die Einweisung ausstellen. Ansonsten werde ich mir einen neuen Suchen - der alte steht ohnehin kurz vor der Rente.
      Den Namen des Herrn Anwalt habe ich mir trotzdem mal notiert - man weiß ja nie, wann man noch mal einen in dem Gebiet bewanderten Rechtsbeistand braucht. :)

      @sandmen:
      Ich war häufiger bei meinem Arzt und habe um Hilfe beim Abnehmen gebeten - und nur ein paar Ratschläge erhalten, die sich beinahe ausschließlich um das salzfreie Kochen von Gemüse und Intervallfasten gedreht haben. Beides mit Erfolg, aber immer wieder großem Jojo-Effekt. Andere Möglichkeiten zur Unterstützung/Hilfe gäbe es nicht, so lange ich keine schwerwiegenden Begleiterkrankungen aufzuweisen hätte.

      Da ich regelmäßig zur Blutspende gegangen bin, so lange mich die mobilen Liegen dort noch getragen haben, kam irgendwann ein leicht erhöhter Blutdruck im Vorgespräch zur Sprache. Der nette Arzt dort hat mir empfohlen doch mal im lokalen AZ vorstellig zu werden, was ich in Rücksprache mit meinem Hausarzt dann auch getan hab. Ab da war dann der Hausarzt raus - alle weiteren Gespräche, die drei Gutachten (psychiatrisch, internistisch und oekotrophologisch) und schlussendlich die Entscheidung für die OP fanden im und mit dem AZ statt. Die Einweisung sollte dann nur noch eine Formsache sein - wie mir mein alter Hausarzt jetzt dann auch nochmal bestätigt hat.
    • @sandmen

      Es muss nicht jeder ein GO der Krankenkasse erhalten um diese Operation durchführen zu lassen. Dies Entscheidet das Krankenhaus selbst.
      Ich habe ein verkürztes MMK gemacht und wurde dann ohne Antrag bei der Krankenkasse operiert.

      Das Krankenhaus kümmert sich selbst um die Erstattung durch die Krankenkasse im nachhinein.
    • Hy,

      ich verstehe das, wenn das Krankenhaus das selber managed aber wie ich schon verlinkt hatte - ich glaube, eine Krankenhaus Einweisung ( Nicht Überweisung ) ist schon etwas, wo der Arzt rechtliche Verantwortung übernehmen muss.

      Ich verstehe auch, das man hier im Forum sehr sehr pro in Sachen OPs ist aber ich glaube, machmal muss man halt auch die andere Seite der Medaille betrachten.

      Ich fand das z.B. sehr interessant, wo es um die Covid 19 Impfdosen ging - man könnte zwar 5-6 Impfdosen aus einer Ampulle erhalten aber eine Zulassung gab es nur für 4 Impfdosen aus einer Ampulle. Grundsätzlich ist das egal ABER - wenn der Arzt die 5+6 Dosis aus der Ampulle zieht, dann haftet der Arzt dafür und nicht der Hersteller.

      Ich selber wünsche mir immer objektive Infos und dazu gehört es meiner Meinung nach auch, bestimmte Dinge zu hinterfragen und auch zu beleuchten. Der TE hat relativ wenig Fakten geliefert aber alle waren sofort auf seiner Seite, ohne Fakten zu haben.

      Nichts für Ungut, ich versuche immer objektiv an die Dinge zu gehen. Habe aber nun auch wieder etwas gelernt - dachte, ohne Krankenkassen geht es nicht.

      Viele Grüße

      Frank
    • gar keine @Issi, man unterschreibt doch vor der OP dass wenn die Krankenkasse aus irgendeinem Grund nicht zahlt man selbst dafür haftet.
      15.06.2020 Erstgespräch AZ Mannheim
      16.06.2020 Start MMK mit EB Startgewicht: 140kg BMI 47,9
      22.02.2021 Start Eiweißphase Gewicht: 147 kg BMI 50,4
      08.03.2021 Roux-Y-Bypass UMM
    • Die S3-Leitlinien wie auch alle anderen Leitlinien sind rechtlich NICHT bindend ! Nur Richtlinien sind bindend.
      Leitlinien sind "nur" dafür da, dass sich alle Ärzte an den gleichen Grundsätzen orientieren. Aber es kann dennoch im Einzelfall anders entschieden werden.

      Wären die Leitlinien bindend wären alle Verfahren von der Magen-OP bis zur WHO ziemlich einfach... was eben leider nicht so ist :(
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      Gewicht 06.04.2018: 168 kg (Erstgespräch)
      Gewicht 18.07.2018: 166 kg (Beginn Flüssigphase)
      Gewicht 01.08.2018: 160 kg (OP-Tag)