Psychisch stabil durchs Leben

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    • Psychisch stabil durchs Leben

      Heute habe ich mich mal entschlossen, etwas Neues zu starten. Mal sehen, ob die/der eine oder andere Lust am Gedankenaustausch hat.
      Jeder hat schon den Spruch gehört: der Kopf wird nicht mit operiert! Woran liegt es also, dass einigen alles vor oder nach einer OP leicht fällt, anderen nicht?
      Immer wieder liest man hier über Zweifel, Unsicherheiten, Mutlosigkeit, geringes Selbstbewusstsein und andere Dinge, die unser Leben so sehr beeinträchtigen können, dass das eigentlich Schöne immer wieder mühsam hervorgeholt werden muss. Immer wieder bauen wir uns gegenseitig auf, machen uns Mut, zeigen uns gegenseitig, wie viel wir schon erreicht haben. Viele sind in Therapie und lassen sich helfen.
      Sehr oft kommt Adipositas ja nicht einfach so- auch das wissen die meisten von uns. Essen hat irgendwann eine wichtige Rolle in unserem Leben übernommen. Manchmal schon in der Kindheit, manchmal später. Die meisten wissen irgendwann auch, was die Ursache für das viele Essen war. Manche sind schon vor einer OP so sehr verunsichert, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist. Was man sich zumuten darf und soll. Was man fordern und welche Ansprüche man haben darf. Ob man nicht auf andere hören sollte. Ob man dem Mann oder der Familie zuviel zumutet. Es stellt sich die Frage:
      Weiß ich überhaupt, was gut für mich ist?
      Es gibt viele Verunsicherungen, denen wir ausgesetzt sein können. Warum fällt es vielen so schwer, Entscheidungen zu treffen? Warum fällt es einigen so schwer, für sich selbst zu sorgen? Warum nimmt sich nicht jeder wichtig?
      Es gibt einen Begriff, der die psychische Widerstandsfähigkeit bezeichnet:
      Resilienz. Resilienz zu haben bedeutet, sich sicher zu fühlen, selbstbewusst sein, sich selbst vertrauen können. Nicht immer gleich weinen zu müssen, sich nicht immer klein und hilflos zu fühlen. Sich selber helfen können usw.
      Ich bin in meinem Beruf täglich damit konfrontiert. Resilienzförderung ist in der Kinder-und Jugendhilfe ein lebensnotwendiger Baustein, um die Betreuten irgendwann möglichst gestärkt ins Leben zu übergeben.
      Wir hier im Forum sind alle erwachsen, und trotzdem haben wir-ich schließe mich nicht aus- es in manchen Bereichen nötig, uns durch irgendwelche Maßnahmen aufzubauen und zu stärken. Ich lese staunend über Männer und Frauen, die schon etliche OPs hinter sich haben und mutig in die nächste starten. Was für eine psychische Stärke! Es würde mich interessieren, woher diese innere Kraft kommt, welches Gefühl sie antreibt und ob diese Kraft schon immer da war.
      Und wen es interessiert, der kann gern mitquatschen über Selbstfürsorge, Selbstwirksamkeit und Möglichkeiten, sich selbst wieder in den Fokus zu rücken.
      Ich bin gespannt. :thumbsup:
    • Liebe Tina
      Ich muss selbstfuersorge immer noch mühevoll lernen. Obwohl ich mit einem Helfersyndrom ausgestattet bin blib ich doch alzu oft auf der Strecke. Doch wenn ich mein kurzes Leben von 36 Jahren anschaue und sehe dazu die ganzen Schicksalsschläge Erkrankungen und was sonst noch so war dann ist es ein Wunder das ich noch hier bin. Von daher habe ich wohl ein gewisses Maß an Seelischen Muskeln sie haben aber für mich nicht ganz ausgereicht um ohne Hilfe durch das Leben zu kommen.
    • Ich denke mit der OP ist der erste (oder einer von vielen) Schritt gemacht worden in Form von Selbstliebe. Auch wenn das viele nicht auf den ersten Blick erkennen. Mit der OP tut man sich selbst etwas gutes und nimmt sich und die Gesundheit ernst. Die vielen positiven Nebeneffekte tragen dann natürlich dazu bei, das dann die Psyche stabiler oder sich weiterentwickeln wird. Dass Veränderungen Angst machen können und uns somit Phasen der Ungewissheit bringen ist natürlich herausfordernd, aber im Rückblick kann man meistens Stolz sein. Ich denke das viele nicht mehr so oft einen Rückblick machen und den Grad der Veränderung sich bewusst werden… Mit bewusst meine ich - das es im Kopf und im Herz verankert ist. Das hat nichts mit Härte oder Selbstgerechtsein zu tun, sondern sich quasi nicht nur körperlich sondern auch seelisch in den Spiegel zu schauen - das kann auch heilsam sein - auch wenn der Weg bis dahin extrem mühsam sein kann. Und wenn ich mich hier im Forum so umschaue habe ich das Gefühl das 80% doch recht erfolgreich sind. Und das ist eine super Quote.
    • Rückblickend habe ich mich persönlich, nicht nur körperlich, sehr stark verändert. Ich bin mir wichtig geworden. Meine Familie steht ganz klar an oberster Stelle, aber nur wenn ich ganz oben stehe habe ich gemerkt, dass auch meine Familie glücklicher ist. Ich war früher nicht unzufrieden, aber irgendetwas hat sich doch durch die OP so verändert, dass alles noch gefestigter ist. Ich kann beispielsweise öfter nein sagen. Das ist für viele Menschen in meinem Umfeld ein echtes Problem geworden, habe ich doch sonst immer zu alles ja gesagt und man konnte die Arbeit bei mir abladen.
      Ja, ich bin stabiler in meiner Psyche geworden - zum Glück. Ich hatte nicht gewusst, dass ich so instabil war.
      Aber es war eine Entwicklung über die letzten zwei Jahre. Ich hatte für mich beschlossen, wenn ich das mit der OP angehe, dann ganz und zwar lass ich mich auf alles ein und halte mich an die Regeln. Das halte ich mir weiterhin vor Augen und das stärkt mich. Es hilft dem Kopf zu verstehen, dass am Magen etwas gemacht wurde.
      Mir war auch bis vor einiger Zeit nicht bewusst, dass ich Freunde hatte, weil ich so dick war. Gerade "Freunde" die es genossen habe, dass da immer jemand war, der sie im Gewicht getoppt hat und den Fokus auf sich gezogen hat. Das ist jetzt anders. Jetzt sind diese im Fokus und neides es mir. Aber ich sage mir: Pech gehabt, sucht euch jemand anderes um euer Gewissen zu beruhigen.
    • Bei mir ist es ein bisschen anders gewesen mit der Seele und der OP.
      Mir ging es seelisch vorher wirklich, wirklich gut, auch wenn ich sehr dick war. Und dann kam die OP und mit ihr die Panik. Bzw.vorher kam schon die Gesichtslähmung die mich ein wenig aus der Bahn geworfen hat, auch wenn ich mir das wenig habe anmerken lassen.
      Aber die OP war dann für mich wirklich Hardcore, ich hatte Todesangst, wirkliche Todesangst, Angst zu sterben, Angst vor ernsten Komplikationen. Das hat mir gezeigt, ein altes OP Trauma hat mehr Spuren hinterlassen, als ich gedacht hatte. Ich habe noch auf dem OP Tisch geweint.Zu..
      Und dann ging es weiter, Abnahme lief nicht so wie erwartet, wie bei den meisten anderen eben, sondern viel weniger, langsamer...Zeitgleich der Mann, bei dem es nur so fluppte, und ich stand hilflos, verzweifelt, wütend, traurig und ratlos daneben. Ich habe gekämpft, teilweise wirklich verbissen gekämpft, konnte selten loslassen, vertrauen in den Prozess.
      Auch da habe ich noch einmal viel über mich gelernt...ich bin ehrgeiziger als ich dachte, eigentlich hab ich mich immer für faul gehalten. Ich bin offensichtlich ein Kontrollfreak...Habe ich das Gefühl, eine Situation nicht unter Kontrolle zu haben, oh weia, nicht gut....gar nicht gut.
      Ich musste wirklich in den letzten Monaten lernen, loszulassen, mein Bestes geben, aber auch ein wenig loslassen. Fällt mir heute noch nicht leicht. Zeigt mir der Wildsack hier jeden Tag, wenn er nicht so mitspielt wie ich das gerne hätte, finde ich das gar nicht komisch ;-). Aber er lehrt mich vieles....
      Auf der anderen Seite hat mir die Zeit nach der OP, weil es eben nicht geradeaus lief, die Möglichkeit gegeben, an meinen Schwächen, was Ernährung anbelangt, zu arbeiten und mir ein festes Gerüst zu gestalten, welches mich trägt. Natürlich habe ich einen Heidenrespekt davor, wieder zuzunehmen, aber mein Regelwerk was jetzt schon fast 14 Monate lang geübt wurde, hilft mir sehr.
      Die Phase, in die ich jetzt eintrete finde ich zugegeben ein wenig schwierig. Noch nehme ich ab, aber ich weiß nicht wie lange noch. Zuviel sollte es auch nicht mehr werden, ich trage jetzt schon meistens Größe 36. Aber 14,5 Monate hat sich so viel um diese Zahlen auf der Waage gedreht, die wöchentliche Hoffnung auf eine gute Abnahme...und dann: vorbei, ob von alleine oder mit bewusstem Gegensteuern, aufzuhören abzunehmen ist komisch. Zumal ich im Moment mein eigene gefühlte Wahrnehmung nicht so wirklich mit meinem Spiegelbild in Einklang bringen kann.
      Ich fühle mich häufig wirklich noch mollig...Klar, ich hab auch noch ein Bäuchlein, aber ich glaube das Hauptproblem ist, das alles hängt und wabbelt, das fühlt sich einfach nicht schlank an....Der Mann macht sich schon manchmal Sorgen, das ich immer weiter und weiter will. Will ich glaube ich nicht, und mit WHO`s ist da ja auch was zu machen. Aber da war es wieder mein Problem, die OP Panik...ich hadere jeden Tag, mach ich was oder lass ich das...
      Trotz dieser Wehwehchen geht es mir nach der OP saugut, einfach weil ich LEBEN kann, wirklich leben. Den Wind auf den Deichen zu spüren, die Natur riechen, meinen Körper in Bewegung spüren...unglaublich schön, unfassbar schön, ich bin da zutiefst dankbar.
    • Komischerweise, bis auf die letzten Minuten vor der Schlauchmagen-OP, wo ich am liebsten noch vom Tisch gesprungen wäre, habe ich an keiner meiner OPs je gezweifelt. :D
      Das die OP in Kombination mit der tollen Abnahme und dem verlorenen Hungergefühl meine anscheinend schon lange bestehende Essstörung soo zum Ausbruch gebracht hat :nix: , aber ich arbeite dran.

      Bei Depressionen bin ich inzwischen recht egoistisch geworden. Ich weiß inzwischen ja auch, das unter anderem eine Stoffwechselentgleisung im Hirn einen kleinen Anteil daran hat. Ich nehme es, wenn kein Schub da ist,
      sehr gelassen. Seit ich um meine Hochsensiblität weiß, lerne ich Pausen zu machen und meine Auszeiten einzufordern. Ich kann mich inzwischen sogar, wenn wir auf Feiern eingeladen sind, einfach mal verziehen und
      einen kleinen Spaziergang nur für mich machen. Hätte ich früher auch gekonnt, rein Mental, aber da war mir nicht bewusst, das ich das brauche.

      Je tiefer ich mit meiner Therapeutin bei mir grabe, umso schlechter-viel besser (ja, beides geht gleichzeitg :D ) geht es mir. Der Tag und der Tag nach der Therapie sind immer richtig übel. Danach setzt die Sonnenseite für mich ein
      und mir geht es für die restliche Woche meist gut. Nur wenn wir an ganz harten Themen arbeiten, kann es mal ein paar Tage länger nachklingen.

      Ich traue mir auf alle Fälle immer mehr zu und finde zu meiner alten Form zurück. Den ich konnte es teilweise gar nicht mehr glauben, das ich vor vielen Jahren mal auf den 7 Weltmeeren unterwegs war, über 100 Mitarbeiter aus aller Welt unter mir hatte oder Jahre später lukrative Aufträge im Vertrieb an Land gezogen habe. Das ich meinem Ex-Mann die Türe gewiesen habe und mein Leben alleine mehr als nur gerockt habe.

      Davon war nach vielen Jahren im Vertrieb und über 30 Jahren mit einer 50 - 55 Stunden Wochen irgendwann einfach nix mehr übrig.

      Ich komme von: Panik, ich muss für Freund und seine Tochte kochen - ich kann nicht kochen - das schmeckt nie und nimmer (dabei war ich auf einer Hauswirtschaftsschule und habe das gelernt) und stehe inzwischen bei: selbstgemachten Sauerteigbroten und misslungenen Erst-Focciacias (die mich zum Lachen bringen) da. Ein weiter weg.

      Ich kann euch nur sagen: das Graben nach Ursachen lohnt sich immer. Das Aufbauen von einem Selbst und von Anderen - lohnt IMMER und man lernt noch war für sich selbst dazu.
      Selbstfürsorge ist mit das Wichtigste im Leben!
    • Oft hat man das Gefühl, man muss im Job/in der Familie/ im Freundeskreis besonders viel leisten, um geliebt oder anerkannt zu werden. Und in den meisten Fällen sind die Ursachen für dieses geringe Selbstwertgefühl schon in der Kindheit zu finden. Das Gefühl, nicht ohne Gegenleistung gemocht zu werden. Ich habe früher auch noch am Wochenende auf andere Kinder aufgepasst oder bei Umzügen geholfen, obwohl ich selbst dringend Pause gebraucht hätte. Meine eigenen Bedürfnisse habe ich ganz zurückgestellt und fühlte mich trotzdem irgendwie nicht gut…. ausgenutzt?
      Vor einigen Jahren wurde ich dann Traumapädagogin und habe auf dem Weg dahin unglaublich viel über mich selbst gelernt. Vor allem, mit mir selbst achtsamer zu sein und Kraft zu sammeln. Ich denke, dass auch diese ganzen Erkenntnisse bei mir den Entschluss angestoßen haben, etwas gegen mein Übergewicht zu tun und mir dabei effektiv helfen zu lassen. Weil ich ein Anrecht darauf habe, dass es mir gut geht. Weil ich nur leistungsfähig und gesund bin, wenn ich auf meinen Körper und meine Seele achte, mir Zeit für mich nehme. Ich wurde neulich von einer Nachbarin angesprochen, die mich morgens öfter sieht, wenn ich zum Nordic Walking aufbreche. Sie meinte, da würde man ja richtig Lust bekommen mitzuwalken. Früher hätte ich ihr vermutlich noch angeboten, dass ich ihr einen Kurs gebe. Diesmal habe ich gesagt, dass ich Sport am liebsten allein mache und mich dabei nicht unterhalten mag.
      Ist auch so….ich kann dieses Gesabbel beim Schwimmen schon nicht leiden :D . Und wie es zu erwarten war, ist die Nachbarin deswegen auch nicht sauer. Warum auch? Aber früher wäre es eben meine Art gewesen, mir darüber den Kopf zu zerbrechen.
    • Schon in meinen 35 fetten Jahren habe ich für mich selbst gesorgt in vielerlei Hinsicht, habe mich mit Achtsamkeit und Resilienz beschäftigt. Viel davon habe ich in meiner Kindheit tatsächlich mitbekommen, einiges habe ich im Erwachsenenalter nachbearbeitet. Therapie.........Nicht wegen einer Essstörung, sondern Burn out (ich hasse diesen Quatsch), oder einfach mal Überlastung sagen.

      Der Kopf wird nicht mitoperiert: Höre ich oft und würde ich so nicht unterschreiben. Eher: Doch. Wenn man es zulässt. Das hätte ich gesagt bevor ich eure Kommentare gelesen habe. Und jetzt wird mir klar..............Muss doch noch modifiziert werden.

      Ich habe mir die OP ganz und gar nicht leicht gemacht, 5 Jahre habe ich gehadert und gezögert. Und dann ging es nicht anders. Aber ich habe mich von vornherein dafür entschieden, das ganz bewusst als komplette Lebensumstellung anzugehen. Wenn ich so etwas plane, dann ganz oder gar nicht und dann auch mit allen Energien und jeglicher Kraft, die mir zur Verfügung stehen. Und das ist meist eine Menge. Wenn ich nicht gewiss gewesen wäre, dass ich es durchziehen kann, hätte ich es nicht begonnen.
      Und ich bin als Persönlichkeit schon immer straight gewesen. Ich brauche klare Regeln und einen geraden Weg. Das habe ich in den Jahren mit meiner Selbstbeschäftigung über mich gelernt.

      Daher Lebensumstellung absolut und klar und vollständig und ohne Gönnereien. Die Angst vorm Versagen beim Lockerlassen gehört auch zu mir.

      In 13 Monaten von Größe 64 auf 36 und seitdem gehalten. Von 204 kg auf 67 kg und gut halt- und händelbar. Keine Stillstände, keine wirklichen Probleme. Läuft.

      Und nun zum Kopf: Warum hat es funktioniert? Ist er mitoperiert? Nein. Denn mir ist klar geworden.............Es war nicht mein Kopf, der es schaffen wollte. Es war mein Bauch. Und der ist operiert.
      Ich habe 20 Jahre geraucht und wusste im Kopf, dass das so dämlich ist wie nur irgendwas. Aber erst als ein Bekannter sehr qualvoll an Lungenkrebs gestorben ist und ich ihm schwören musste, nicht mehr weiter zu rauchen, hat das mit dem Aufhören funktioniert. Und das seit nunmehr 18 Jahren. Von einem Tag auf den anderen. Mein Bauch hat das auch damals entschieden.
      Und jetzt wieder. Es ist ein Bauchgefühl etwas zu schaffen, etwas unbedingt zu wollen. Und ich weiß - wie damals beim Nichtrauchen -, dass es auch dieses Mal funktionieren wird. Weil mein Bauch es will.
      Abnahme vor OP: - 32 kg
      24. Monat Post-OP- 102 kg
      Abnahme nach WHO: - 3 kg
      Gesamt: -137 kg
    • In gewisser Weise gebe ich dir recht. Sicher ist es auch ein Bauchgefühl. Wenn aber jemand sich kontrolliert, um nicht mehr das Falsche zu essen, dann gehört der Kopf dazu. Dabei denke ich an den Spruch:
      der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach.
      Bedeutet für mich übersetzt: der Bauch siegt über die Vernunft. Das geschieht ja oft und das muss man nicht nur aufs Essen beziehen. Und erst, wenn es dem Kopf klar ist, welche Veränderungen nötig sind, kann man so erfolgreich sein wie du. Weil der Wille da ist und du eine klare Linie hast. Beneidenswert ^^ ! Aber es gibt auch einige, die mit einer OP hoffen, dass sich das ganze Leben verändert, ohne etwas an den äußeren Bedingungen zu ändern. Die sich trotzdem weiterhin für alle aufopfern, sich selbst vergessen, sei es Bewegung, Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel oder Zeit für sich selbst. Ich kenne tatsächlich 2 Personen, bei denen das so passiert ist.
      Ich bin auch nicht so konsequent wie du und esse gelegentlich Süßes, sehe momentan keine Probleme. Das kann sich noch ändern, und dann würde ich meinen Kopf eben fragen, an welchen Rädchen ich drehen muss. Vielleicht wäre es mit einem viel höheren BMI bei mir auch so gewesen wie bei dir- ich weiß es nicht. Ich mache Sport, achte auf ausgewogene, kleine Portionen und genügend Eiweiß, nehme die Supplemente. Ich habe mit Kleidergröße 48/50 gestartet und bin jetzt bei 40. ich teile mir meine Arbeitstage so ein, dass ich auch genügend Freizeit habe und mache Dinge, die mir gut tun.
      Mir fällt auf, dass es in sozialen Berufen wirklich viele Übergewichtige gibt. Sicher auch in anderen Bereichen, aber das kann ich nicht beurteilen. Die sich sozial Berufenen vergessen dich eben gern auch mal selbst.
      Ich habe leider nichts aus meinem Elternhaus mitbekommen, was mich psychisch gestärkt hat und musste einen harten Weg gehen, um sagen zu können, dass es mir jetzt , nicht nur körperlich, so gut geht wie nie. Für mich war die OP einer von vielen Schritten, die vorausgegangen sind. Und natürlich merkt man nach kurzer Zeit, wie man selbst dazu beitragen kann, dass es einem gut geht.
    • Bei mir hat sich durch die OP der Kopf unglaublich verändert...der Wille war immer da, aber das Bauchgefühl, ich nenne es jetzt wirklich mal beim Namen, die Gier!, hat den Kopf immer sehr vernebelt.
      Das ist jetzt irgendwie anders. Da ist der Kopf wirklich glasklar und setzt nicht mehr aus wie früher. Zusammenhänge, die ich früher schon meinte verstanden zu haben, sind heute voll im Bewusstsein angekommen.
      Ich bin da ähnlich gestrickt wie Sahnestück, ich brauche für mich klare Regeln. Seit der OP kann ich mich wirklich an diese halten, ohne Ausnahme, ohne Selbstbeschiss....
      Ich habe unglaubliche Lust auf eine vegetarische Pita, z.B., kaufe mir aber keine, weil es die nur mit Weißmehl gibt. Weißmehl will ich aber nicht mehr, also gibts erstmal keine vegetarische Pita, bis ich Pitavollkornbrot gefunden habe....Vor der OP war mir diese Konsequenz niemals nie nicht never ever möglich. Jetzt schon. Mich würde echt mal eine wissenschaftliche Erklärung zu diesem Phänomen interessieren, ich habe aber keine gefunden.
      Irgendwelche körperlichen Prozesse laufen da ab, die definitiv etwas verändern...
      Ich bin wirklich sehr konsequent und streng, trotzdem habe ich überhaupt nicht das Gefühl zu verzichten, null.
      Im Gegenteil, ich gucke in den Einkaufswagen und finde den Inhalt einfach nur geil!
      Seltsam das alles, aber für mich sehr, sehr gut.
    • Ich sehe mich in vielen Geschichten wieder. Ich wußte immer was ich ändern muss um abzunehmen. Ich habe es auch immer eine Zeitlang geschafft und dann kam der JoJo-Effekt. Ich habe alles versucht und die OP war meine letzte Chance. Ich habe mich intensiv mit dem Thema befasst- allein schon weil mein Mann ein Jahr vor mir operiert wurde.

      Der Kopf spielt einem immer Streiche. Man denkt man hat Hunger aber das ist oft nur Sinn weil der Kopf meint man muss sich was gönnen. Seit der OP wiege ich alles ab und achte sehr genau auf meine Kalorien und meine Eiweisszufuhr. Ich bin von 128 auf 62-63 Kilo und wäre eigentlich fertig. Mein Kopf macht mich aber auch verrückt. Ich lege extra Sporteinheiten ein wenn ich mal am Wochenende nicht so artig gegessen habe. Die Angst wieder dick zu werden ist sooooooooooooo unfassbar gegenwärtig.

      Andere sagen einem ständig, dass man vieeeeel zu dünn ist. Das sind aber meistens genau die Menschen die jetzt deutlich mehr wieder als ich. Das kann ich ehrlich gesagt nicht so ernst nehmen, zu mal ich einen BMI von 22,8 habe, was vollkommen im Rahmen ist.

      Ich hoffe, dass diese Angst weniger wird wenn ich vielleicht 1-1,5 Jahre post OP bin. Aktuell brauche ich diese Kontrolle, da ich noch nie mein Gewicht unter Kontrolle hatte.

      Im Spiegel bin ich schlank aber mein Kopf sagt : Neeeeeeeeeee Mäuschen du braucht noch Pufferkilos........ Ich versuche gerade enorm an mir zu arbeiten und gelassener zu werden. ich erhöhe langsam die Kalorien und esse auch bewusst mal was "böses".

      Aber die OP ist halt wirklich nur eine Stütze aber den Rest des Weges muss man alleine gehen und den richtig Werg für sich finden.
    • Ich hatte eine akute Panikstörung und hatte kein schönes Leben und war mehr instabil. Das habe ich seit ein paar Jahren aber im Griff (Theraüie und Medis) und bin seitdem fast jeden Tag mega gut drauf. Eine kleine Insabilität hatte ich die Tage, weil ich dachte, meine Diziplin bricht mir weg und ich werde dem JoJo-Effekt nicht Herr. Habe mich aber wieder eingekriegt und mache wieder Atkinsdiät.

      Ich bin das erste Mal 27.11.2015 operiert und mit diesem Tag habe ich gezeilt mein altes Ernährungsverhalten im OP gelassen. Ich hatte zwar immense Widrigkeiten bei der Abnahme, aber ich war stabil. Kopfhunger und so etwas hatte ich nie. Ich war auch nie schlecht drauf, weil ich nur so schleppend abgenommen habe.

      Jetzt ist es so, dass ich mir eine langfristige Lösung erarbeiten muss, damit ich mein mangelndes Sättigungsgefühl in den Griff kriege. Das AZ wollte mal gucken ob da operativ etwas gemacht werden muss, weil das ja kein Dauerzustand ist, aber das ist für mich absolut keine Option. Muss ja auch mal ohne OP gehen.

      Ansonsten habe ich es etwas schwerer, weil ich nur eingschränkt Sport machen kann, weil ich eine Schulter/Arm-Verletzung habe. Einen Termn zur Phisiotherapie kriege ich aber nicht in Kürze. Aber am 05.10.21 habe ich meine Brust-OP und dann bin ich ja eh eingeschränkt und kann mich kurieren.
      Liebe Grüsse Heike ...... und @llseits einen schönen Tag :katze:

      Mein Youtube-Kanal: Mit dem Omega Loop von 170 kg auf 60 kg


    • tina0403 schrieb:

      Wenn die mal vorne noch zugeht :D . Am besten gehst du dann mal zu Hunckemöller und lässt dich vermessen. Ich fand es nach der OP nicht leicht, meine Größe herauszufinden.
      Tina, also ehrlich gesagt, ich trage keinen BH und habe es auch nicht vor, von der Kompression mal abgesehen.
      Liebe Grüsse Heike ...... und @llseits einen schönen Tag :katze:

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    • tina0403 schrieb:

      Oh Heike, das ist eigentlich das Schönste :D ! Es fühlt sich auch nicht so schön an, „unterteilt“ zu sein durch die BH Strippe. Geht bei mir aber nicht anders, das wackelt sonst zu doll :whistling: .
      Ich muss erstmal abwarten, was mir nach der OP gewachsen ist. Vielleicht kriege ich da ja noch eine andere Meinung. Grosse Dinger werden es eh nicht, da hat mir der Doc schon den Wind aus den Segeln genommen.
      Liebe Grüsse Heike ...... und @llseits einen schönen Tag :katze:

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    • *Heike* schrieb:

      Tina, also ehrlich gesagt, ich trage keinen BH und habe es auch nicht vor, von der Kompression mal abgesehen.
      Und du wirst dich freuen Heike, die Kompression ist gegen alle anderen echt null problematisch, gar nicht so quetschi. Eigentlich recht easy, eher wie ein SportBH, nur nach unten etwas länger.
      Und danach sollte es vermutlich kein Problem sein ohne BH zu gehen, wenn die Implantate nicht zu groß werden, und wie du sagst ist das ja bereits ausgeschlossen.
      Gewicht vor OP 1.September 2017
      148 kg / BMI 55 super Adipositas

      :laola:
      Aktuelles Gewicht 63 kg / BMI 23,5 Normalgewicht

      23.08.2019 Bauchdeckenplastik EV Gießen
      06.01.2020 Oberschenkelstraffung
      02.08.2021 Bruststraffung
      04.11.2021 Gesäßstraffung geplant

      :blumen: Es ist nie falsch das Richtige zu tun!! :up: