Hattet ihr Angst vor der Op?

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    • Ich würde heulend in den OP geschoben, habe mir Vorwürfe ohne Ende gemacht, dass es soweit kommen musste und hatte Mega Angst meinen Mann und meine vier Kinder nicht mehr wiederzusehen.
      Hinterher habe ich mich gefragt, warum ich das nicht schon früher gemacht habe.

      Du bist nicht alleine damit, aber es lohnt sich mutig zu sein.
    • Ich hatte NULL Angst, ganz im Gegenteil. Ich konnte es garnicht abwarten, das es los ging. Meine körperlichen Einschränkungen waren so schlimm, das es schon garkein Leben mehr war.
      Die beste Entscheidung meines lebens.
      OP Termin 30.09.2020
      Schlauchmagen :thumbup:
    • Meine einzige Sorge war, dass mein Kind (2 Jahre alt) es nicht verkraftet ein paar Tage ohne Mutti zu sein. :/

      Ansonsten war ich die Ruhe in Person. Die fleißigen Bienchen im OP wollten mich alle beruhigen, die Chirurgin hat mir sogar noch aufmunternt den Arm gestreichelt aber das wäre absolut nicht nötig gewesen.

      Ich bin bei Eingriffen aber generell immer mega entspannt. Während sich andere fast ins Hemd machen, weil ihnen eine OP bevorsteht, kann ich den Trouble darum überhaupt nicht nachvollziehen. Ist wohl eher eine Charakterschwäche von mir. :zwinker:
    • Ich hab mich total auf die OP gefreut, aber am OP Tag wurde ich dann wegen eines Notfalls von der geplanten 7 Uhr OP immer weiter nach hinten geschoben und bin dann letztendlich erst um 16 Uhr in den OP gekommen. Da war ich dann mit den Nerven durch und hatte auch Angst. Aber eine Krankenschwester hat meine Hand genommen und war unglaublich freundlich, da bin ich heute noch dankbar.

      Schlimm fand ich dann eigentlich nichts, im Nachhinein bereue ich nur, das ich das nicht früher durchgezogen habe.
      Beginn MMK Dezember 2019 - 134,5 kg auf 1,69 m

      10. November 2020 - 99,9 kg endlich UHU :love:
    • Ich habe es noch vor mir, aber ja, ich habe einen Heidenrespekt davor. Gerade auch, weil mein Umfeld - in dem Fall mein Mann - nicht begeistert ist von der OP. Ich bin gerade auf Reha und nehme hier ja auch gut ab - aber dass das nicht ausreicht, ist so schwer begreiflich zu machen.

      Ich habe ja auch "nur" die Bewegungseinschränkungen als Nebenwirkung, meine Knie sind kaputt, das Sprunggelenk ebenfalls..

      Aber ich habe super Blutwerte, top Blutdruck, keine Anzeichen von Diabetes...

      Ja und mein Gott, die Depression sieht man ja von außen nicht, vor allem, weil ich doch immer gut gelaunt wirke...

      Ich sehe es für mich auch als allerletzten Ausweg. SO will ich nicht mehr.

      Ja, ich mache mir schon genug Vorwürfe, weil ich e soweit habe kommen lassen. Und kann es auch selbst nicht wirklich verstehen oder jemandem begreiflich machen.

      Ich sehe es gerade ganz fatalistisch. Selbst, wenn ich nur einen Teil dessen abnehme, was ich mir erhoffe, selbst, wenn ich deutliche Einschränkungen bei der Auswahl der Nahrung habe und ev in ein paar Jahren wieder an diesem Punkt stehe - ich habe dann zumindest nochmal eine Chance gehabt, vielleicht nochmal ein paar Jahre mit mehr Lebensqualität dazu gewonnen.
    • Floretta, du wirst mehr abnehmen, als du dir vorstellen kannst ^^ . Du wirst Glücksgefühle haben, die du noch nicht kanntest und du wirst lernen, dass Essen nicht mehr im Mittelpunkt stehen muss. Anfangs fand ich das Gefühl beim Einkaufen komisch, dass soviel weg war, das vorher nach dem Lustprinzip eingekauft wurde. Es war ein bisschen wie bei meiner Zigarettenentwöhnung (das ist schon 2008 gewesen). Da war es merkwürdig, die „leeren“ Zeiten plötzlich zu füllen, wenn man keine Zigarette in der Hand hält. Nun war es plötzlich so, dass dieses Lustdenken verlernt werden wollte. Ich hatte zwar nach der OP sowieso absolut keine Lust darauf: Chips, Schokolade, Naschi….. ich esse mittlerweile wieder alles, aber von dem ungesunden Zeug winzige Mengen. Sie spielen keine große Rolle mehr, es schmeckt nicht mehr so super wie früher und macht bei zuviel ein komisches Gefühl im Bauch. Andere bekommen davon Dumpings, das ist dann natürlich richtig eklig. Es war mein Ziel, dass sich nicht mehr alle Gedanken ums Essen drehen: wann was und wieviel? Ich achte auf die Proteinmenge, auf meine Supplemente, auf genügend Abstand zwischen den Mahlzeiten und auf genügend Flüssigkeit. Den Rest sagt mir mein Körper. Meine Seele braucht kein Essen mehr, nicht als Trost, nicht als Belohnung, nicht als Stresskiller. Wo wir bei der Sache mit den Depressionen wären. Es lässt sich mit Essen ja super viel schlechtes Gefühl kompensieren. Ich kann dir sagen, dass durch die Abnahme haufenweise Glücksgefühle freigesetzt werden ^^ . Die Lust auf Bewegung kam ziemlich schnell und ich fühle mich so fit und gesund wie lange nicht mehr. Dabei sei gleich den Menschen gesagt, die es schlimm finden, an einem „gesunden“ Körper herumschneiden zu lassen: diese adipösen Körper sind nicht gesund! Niemals! Manche haben eine Fettleber, Fett umhüllt die Innenorgane, die Blutgefäße, macht uns krank. Die Gelenke werden krankhaft stark belastet, das Herz muss krankhaft viel pumpen, um diese Massen zu bewegen.
      Die Gefahr von Herzinfarkt, irgendwelchen Gerinnseln usw. ist erheblich erhöht. Vielleicht überzeugt das auch deinen Mann, der sicher noch viele tolle Erlebnisse mit dir sammeln möchte.
      Das ist es, was die Depression irgendwann heilen könnte: Glücksmomente sammeln, sich selbst wahrnehmen als gesunden Menschen.
      Ich bin gerade dabei, Glücksmomente zu sammeln und habe einen gewaltigen Nachholbedarf ^^ . Jeden Tag bin ich dankbar für diese Chance, die ich bekommen habe.
      Und nun liege ich 7 Monate nach meiner OP in Ägypten im Bikini am Strand. Kaum sichtbare Narben, etwas zuviel Haut, aber Glücksgefühle bis zum Anschlag :D .
      Ich wünsche dir jetzt schon riesige Vorfreude, geh deinen Weg, es wird toll. :rosen:
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    • Danke ihr Lieben @tina0403, ich hatte noch NIE einen Bikini... Die Vorstellung. Dass ich sowas mal tragen könnte...
      Aber eines nach dem anderen. Auf der einen Seite kann es mir nicht schnell genug gehen und ich sehe mich schon vor den WHOs zittern, aber dann hole ich mich wieder ins hier und jetzt zurück und gehe einen Schritt nach dem anderen. Im Moment bin ich, durchaus auch dank REHa, soweit mit mir im Reinen, dass ich Schritt für Schritt den Weg einfach unbeirrt weiter gehe und eine Verzögerung nicht, wie sonst oft, das Ende der Welt bedeutet. Die Angst begleitet mich trotzdem. Aber wie oben schon geschrieben: ich stelle mir dann vor, was im schlimmsten Fall mit mir geschieht, wie realistisch das ist, und wäge es gegen den Ist-Zustand ab. Und da kommt jedesmal raus: OP.

      Dir wünsche ich noch einen wundervollen Schnorchelurlaub mit weiterhin so vielen Glücksmomenten!!