Wenn die Beine zur Entlastung werden

    • Ich melde mich nach der Straffung zurück und mag euch abschliessend berichten wie meine Reise hier endet.

      Hatte am 11.02.2026 die Straffung. Wurde ja mal wieder verschoben, aber nur um einen Tag.
      Die OP dauerte fünf Stunden. Dabei wurden beide Oberschenkel gestrafft und gleichzeitig auch nochmals eine Liposuktion gemacht.
      Pro Bein haben sie ca. 2kg weg geschnitten, was sehr viel ist. Weiss gar nicht, was noch bei der Liposuktion weg kam. ?(
      Die Chirurgen meinten, es sei sehr schwierig gewesen, weil es ja auch um die "Kissen" hinten an meinen Oberschenkeln ging. Geplant war ein "T-Schnitt", also einen Schnitt über die ganze Oberschenkelinnenseite und einen in der Leiste. Wurde aber nur der eine lange Schnitt.
      Es wurde schön genäht, die Narbe heilt auch gut.

      Habe in jedem Bein eine Drainage, damit die Wundflüssigkeit abfliessen kann. Deswegen war ich auch vier Nächte im Krankenhaus und nicht nur zwei, wie ursprünglich geplant. Die Regel ist: weniger als 30ml/24h, dann darf die Drainage gezogen werden.

      Ich habe es am Sonntag mit Ach und Krach geschafft, dass sie mich nach Hause gelassen haben. Musste instruiert werden, wie man die Redon-Drainage Behälter wechselt, wenn sie voll sind und protokolliert, wieviel Flüssigkeit ausgetreten ist.
      Nun habe ich also noch beide Drainagen drin. Sie hätten heute gezogen werden sollen, mussten es aber vorerst auf Donnerstag verschieben da ich noch immer bei 100ml/24h im linken Bein bin. Bewege mich zu Hause aber auch mehr als im Krankenhaus. Daher ist es normal, dass es eben tagelang dauert bis nicht mehr so viel Flüssigkeit vorhanden ist. Ausserdem ist es ja gut, wenn es abfliesst.
      Das letzte was man will ist ein Serom. Jenes entsteht, wenn die Wundflüssigkeit nicht abfliessen kann. Dann muss man punktieren oder sogar nochmals operieren.

      Durch die OP habe ich beleidigte Nerven im linken Bein. Kommt davon, dass sie mich lange in der Frosch Position operieren mussten. Das ist eine unnatürliche Haltung und die Nerven werden so gequält. Die Konsequenz davon ist, dass ich wenig Kraft habe im linken Bein und jenes so ziemlich taub ist. Der Fuss ist ebenfalls taub und fühlt sich dauerhaft so an, als wäre er eben eingeschlafen. Dieses unangenehme Kribbeln spüre ich ständig. Deswegen habe ich beim gehen auch extreme Gleichgewichtsprobleme und bin schon drei mal nach vorne gefallen.
      Der Chirurg meinte, es werde sich wieder erholen, jedoch ginge dies ein paar Wochen oder Monate.

      Jeden Tag kommt nun der Pflegedienst zu mir nach Hause, macht die Wundkontrolle und Verbände neu.

      Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, meine Chirurgen wollen aber gerne noch Korrekturen machen. Verstehe ich nicht, die Kissen sind optisch weg und die Innenschenkel sind straff und schön, wie ich sie mit 20ig hatte. Über das Ergebnis kann ich mich absolut nicht beschweren und ich werde auch keine weitere OP machen. Aber klar, Chirurgen sehen das nochmals anders.

      Ich merke die Auswirkungen, der vielen OPs in den letzten sechs Monaten und freue mich einfach, dass keine mehr ansteht. Dieses mal geht die Erholung bedeutend länger, aber das ist egal. Ich nehme eben jeden Tag wie er kommt.

      Kompressionshosen habe ich auch wieder welche bekommen, die ich 24h anziehen muss. Here we go again. ^^
    • Das hört sich - bis auf die Taubheitsgefühle - doch richtig gut an!

      Und ich kann gut verstehen, dass Du jetzt erst Mal keine OPs mehr haben möchtest. Und was die Korrekturen betrifft: Erhol Dich erst Mal von der aktuellen OP, da werden ja noch einige Monate ins Land ziehen. Und vielleicht siehst Du dann ja auch den Korrekturbedarf ;-). Ich find's jedenfalls besser, dass die Chirurgen das von sich aus ansprechen (also ich geh mal davon aus, dass dann für Dich keine zusätzlichen Kosten entstehen?), anstatt dass Du das einfordern musst.
    • Viel Geduld bei der Genesung. Aber ich finde du klingst so positiv, da hab ich bei dir gar keine Bedenken. Einen beleidigten Nerv habe ich auch, im rechten Arm. Aber das gibt sich wirklich mit der Zeit. Das Kribbeln lässt irgendwann nach und dann kommt langsam das m Gefühl zurück.
      Gute Wundheilung wünsche ich dir!
    • Ich danke euch für die lieben Genesungswünsche.

      @Sugargypsy die Korrektur würde von der KK übernommen werden. Denke auch, dass ich mal ein paar Monate Heilung durchziehe und dann neu entscheide. Aktuell bin ich zufrieden. Aber ich werde sicher auch noch nachfragen, was sie genau vorschlagen.
      Ich sehe wirklich keinen Bedarf an Korrektur. Neugierig bin ich jedoch schon auf deren Sicht.

      @happyroni da wünsche ich dir aber für deinen rechten Arm auch gute Genesung. Wusste ja bis nach der OP nicht mal, dass es sowas wie beleidigte Nerven gibt. Aber nach deren Erklärung machte es schon Sinn.

      War heute beim Arzt, weil die eine Drainage gezogen werden konnte. Die andere - im linken Bein - die muss sicher noch bis nächste Woche bleiben. Da kommt noch ordentlich Wundflüssigkeit raus. So lange heisst es weiterhin Katzenwäsche und kein duschen.

      Vor dem ziehen der Drainage hatte ich solche Angst, weil mir die ganzen Horrorgeschichten eingefallen sind: "BOAH DRAINAGEN ZIEHEN IST SOOO SCHMERZHAFT."
      Hatte mir schon ausgemalt, wie ich schreiend dort liegen würde. Was sowieso absurd ist, ich halte einiges an Schmerzen aus. Keinen Plan wieso ich immer solche Angst bekomme.

      Damit es anderen nicht so ergeht wie mir: Es schmerzt nicht. Das ziehen ist etwas seltsam vom Gefühl her und brennt kurz. Aber das ist eine 2 Sekunden Sache. Alles halb so wild.
      Gilt übrigens auch für den Urinkatheter. Jener wurde mir nach der OP im KH gezogen. Das erste mal im Wach-Zustand.
      Auch da: es war ein kurzes unangenehmes Gefühl - jedoch nicht schmerzhaft.
    • Gehe seit zwei Wochen ohne Krücke und habe wieder das Gleichgewicht im Griff. Die beleidigten Nerven haben sich erholt und mittlerweile kann ich wieder Sport machen und sogar bei einem schweren Umzug helfen.

      Die Narben heilen sehr gut.
      Im August habe ich nochmals einen Besprechungstermin wegen des letzten Eingriffes. Es steht noch eine Korrektur OP an, es muss noch am linken Oberschenkel nachgestrafft werden. Sehe ich mittlerweile auch so.
      Aber bin schon sehr zufrieden, wie es geworden ist. Klar - ich werde nie wieder die Beine haben wie vor 20 Jahren aber immerhin sehe ich nun auch nicht mehr aus wie ein Freak. Was noch wichtiger ist, ich kann mich besser bewegen und habe keine lose Haut mehr. Auch die Kissen sind zu 95% nicht mehr sichtbar. So ist auch das Sitzen viel angenehmer.
      Der Schmerz ist weniger geworden, wird aber nicht ganz weg gehen. Darauf wurde ich vorbereitet.

      Auch die tauben Stellen um die Narben rum sind Geschichte. Fühle alles. Kann man echt nicht klagen, wenn man bedenkt dass die OP im Februar war.