Spiegel TV. Abnehmspritze.

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      @*Heike*


      Vorab schon mal: Sorry, ich konnte die Schriftgröße der Überschriften leider nicht verkleinern.

      Zu dem Thema hab ich gerade mal Gemini bemüht, denn das Thema hat mich damals auch umgetrieben, wurde damals aber schon von meinem Arzt beruhigt und das hier liest sich doch ganz o.k.:

      Das Thema Augennebenwirkungen bei modernen Abnehm- und Diabetesmedikamenten wie Mounjaro (Wirkstoff: Tirzepatide) oder auch Ozempic/Wegovy (Semaglutid) hat in jüngster Zeit viel Aufmerksamkeit in der Wissenschaft und den Medien erhalten.

      Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Datenlage hat sich deutlich präzisiert. Es gibt zwei völlig unterschiedliche Mechanismen, die man trennen muss: Einen gut erklärbaren, temporären Effekt und ein sehr seltenes, neu diskutiertes Krankheitsbild. Große Studien zeigen überraschenderweise sogar langfristig schützende Effekte für Mounjaro.

      Die medizinischen Erkenntnisse und offiziellen Studiendaten gliedern sich wie folgt:

      1. Das Phänomen der schnellen Blutzuckersenkung (Temporär)
      Schon seit den ersten klinischen Zulassungsstudien (SURPASS-Studien) ist bekannt, dass Mounjaro bei einigen Patienten zu verschwommenem Sehen oder einer vorübergehenden Verschlechterung einer bestehenden diabetischen Retinopathie (Netzhauterkrankung durch Diabetes) führen kann.
      • Die Ursache: Das liegt in der Regel nicht am Medikament selbst, sondern an dessen extrem hoher Wirksamkeit. Wenn der Blutzuckerspiegel sehr schnell und drastisch sinkt, verändert sich der Flüssigkeitsgehalt und damit die Brechkraft der Augenlinse. Zudem können sich die feinen Blutgefäße in der Netzhaut durch die plötzliche Umstellung kurzzeitig stressen.
      • Der Verlauf: Diese Sehschärfenschwankungen sind fast immer vorübergehend und legen sich nach einigen Wochen, sobald sich der Körper an das neue Blutzuckerniveau gewöhnt hat.
      2. Aktuelle Studien: Schützt Mounjaro die Netzhaut sogar?
      Anfang 2026 wurden im renommierten Fachjournal Ophthalmology die Daten einer riesigen, auf elektronischen Patientenakten basierenden Kohortenstudie (TriNetX-Netzwerk mit über 170.000 Patienten) veröffentlicht.

      Eine weitere große Vergleichsstudie zeigt zudem, dass das Risiko für Netzhautkomplikationen unter Tirzepatid (Mounjaro) sogar messbar geringer ausfiel als unter reinen GLP-1-Präparaten (wie Semaglutid).

      3. Die Diskussion um NAION („Augeninfarkt“)
      Mitte 2024 gerieten GLP-1-Präparate durch eine Studie aus Harvard (Hathaway et al.) in die Schlagzeilen. Forscher fanden Hinweise auf ein leicht erhöhtes Risiko für eine sehr seltene, aber ernste Erkrankung namens NAION (Nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikneuropathie), umgangssprachlich auch als "Augeninfarkt" bezeichnet. Dabei kommt es zu plötzlichen, schmerzlosen Sehverlusten auf einem Auge.
      • Wie hoch ist das Risiko? Das Risiko ist absolut gesehen extrem gering (die Wahrscheinlichkeit liegt im Bereich von etwa 1 zu 10.000 Anwendern pro Jahr). Zudem betrafen die ersten Alarmsignale vor allem Semaglutid.
      • Was sagen die neuesten Daten zu Mounjaro? In den aktuellen vergleichenden Real-World-Daten aus den Jahren 2025/2026 deutet sich an, dass das relative Risiko für NAION unter Tirzepatid (Mounjaro) deutlich niedriger sein könnte als unter älteren, reinen GLP-1-Blockern.
      Wichtig: Ein endgültiger, zweifelsfreier Beweis, dass die Medikamente die Ursache für diesen seltenen Augeninfarkt sind, steht noch aus, da Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck ohnehin ein höheres Grundrisiko für Gefäßverschlüsse im Auge haben. Die Behörden beobachten diese Signale jedoch weiterhin genau.
      Was bedeutet das für die Praxis?
      • Vorab-Check: Wenn du bereits an Diabetes leidest oder bekannte Netzhautschäden hast, wird dringend empfohlen, vor Beginn der Mounjaro-Therapie einen Augenarzt aufzusuchen.
      • Warnsignale: Solltest du unter der Einnahme plötzliche, starke Sehverschlechterungen, Schatten im Sichtfeld oder gar einen schmerzlosen Sehverlust auf einem Auge bemerken, musst du sofort einen Augenarzt oder eine Notaufnahme aufsuchen.
      • Keine Panik bei milder Unschärfe: Leichte, schwankende Unschärfen in den ersten Wochen sind meistens nur das Zeichen dafür, dass dein Stoffwechsel sich erfolgreich umstellt. Dennoch sollte jeder Optikus-Wechsel einmal kurz ärztlich abgeklärt werden.
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      Ein Freund von mir spritzt jetzt seit 7 Wochen Nevolat (Generikum von Saxenda). Das muss man zwar täglich spritzen und es ist vom Wirkstoff (Liraglutid als GLP-1) her etwas älter aber es ist auch vergleichsweise günstig. 5 Pens kosten da laut ihm nur 130€ und reichen mind. 30 Tage - bei der Höchstdosis vom 3mg genau 30 Tage.
      Es hat bei ihm (er spritzt 1,8mg am Tag) exakt die selbe Wirkung wie Wegovy mit 2,4mg pro Woche. Selbst die Abnahme pro Monat ist ähnlich hoch.
      Einziger Unterschied er hat die Nebenwirkungen nicht, weil er täglich statt wöchentlich spritzt.
      Vorher hatte er für ein paar Monate Wegovy aber das kann er sich als alleinerziehender Vater auf Dauer einfach nicht mehr leisten.

      Alle haben immer Mounjaro oder Wegovy auf dem Plan aber wenn das Geld knapp ist und man trotzdem die Abnehmspritze versuchen möchte wäre eventuell auch Nevolat etwas. Man muss nur daran denken es täglich zu spritzen aber wer damit kein Problem hat ist damit sicher auch gut bedient.
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      @Blutwaldfee

      Das ist grundsätzlich richtig, allerdings sagen die Statistiken bezüglich Abnahme über die Wirkstoffe Folgendes:

      Mounjaro und Semaglutid sind in der Gewichtsreduktion deutlich wirksamer als Liraglutid.


      Liraglutid (z.B. Saxenda): Durchschnittliche Abnahme: ca. 8 % des Ausgangsgewichts nach 56 Wochen.

      Semaglutid (z.B. Wegovy): Durchschnittliche Abnahme: ca. 15 % des Ausgangsgewichts nach 72 Wochen.

      Mounjaro (Tirzepatid): Durchschnittliche Abnahme: ca. 15 % bis 22,5 % des Ausgangsgewichts nach 72 Wochen (je nach Dosierung).


      Bezüglich Liraglutid habe ich leider keine Werte nach 72 Wochen gefunden.

      Aber wenn man sich die Grafiken anschaut, sieht man bei allen GLP-1-Spritzen, dass die Abnahme nach einer gewissen Zeit abflacht und ausläuft.

      Allerdings sind das die offiziellen Studien, bei denen die Teilnehmer im Regelfall keine Begleitung bezüglich Essverhalten oder Vorgaben bezüglich Bewegung erhalten.


      Wenn man da selbst aktiv wird und die entsprechenden Stellschrauben selbst verändert, dann sind erheblich höhere Abnahmen machbar.

      D.h. es ist ähnlich wie bei den OPs, wer sich nicht nur auf die Wirkung der OP oder Spritze verlässt, sondern selbst hinterher ist, was zu ändern, kann auch - egal mit welcher Spritze - einiges mehr erreichen.


      Nichtsdestotrotz wird es ab einer gewissen Gewichtsabnahme schwieriger abzunehmen. Bei mir ist z.B. die Wirkung der Spritze noch voll da, aber mein Gesamtumsatz ist inzwischen von ca. 3200 kcal auf 2000 kcal gesunken. Und obwohl ich gerade im Schnitt zwischen 1100 und 1300 kcal zu mir nehme, ist das Gewicht phasenweise trotzdem wie festgetackert X( .


      (PS Grundsätzlich muss dann aber eh die individuelle Situation anschauen. Es macht einen Unterschied, ob man "nur" 30 oder 40 kg abnehmen will/ muss, oder ob es sich, wie bei mir, um ca. 100 kg Übergewicht handelt (ausgehend von 168 kg und einem gewünschten Zielgewicht von 68 kg ;-)):
      Davon habe ich jetzt 75 % abgenommen und steh gerade bei 94 kg, es fehlen also noch rund 26 Kilo.

      Von den Ärzten hab ich mir schon anhören müssen, was ich eigentlich will, das zu erreichen, würden viele nicht mal ansatzweise schaffen, aber das war für mich noch nie der Maßstab.)
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      @Sugargypsy da gebe ich dir Recht aber Mounjaro und Wegovy sind halt auch irre teuer und nicht für jeden Erschwinglich genauso wie sich eben nicht jeder operieren lassen will.

      Ich glaube wenn man sich nicht nur auf die Spritzen verlässt und selbst Kleinigkeiten umstellt kann man mit egal welcher Spritze das Gewicht deutlich reduzieren.

      Man muss aber auch bedenken, dass er neben den Spritzen auch seine Ernährung (weniger Kohlenhydrate) umgestellt hat. Für Sport hat er keine Zeit. Aber alleine das er eben keinen Foodnoise mehr hat macht pro Tag laut ihm fast 600kcal aus - denn er war am Grasen (typischer Schreibtischtäter).

      Ich glaube für die meistens Operierten die Spritzen geht es hier nicht um 100kg sondern eher 15-30kg und den Foodnoise und den hat er auch mit Nevolat nicht mehr.
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      @Sugargypsy meines Wissens waren in allen zentralen Zulassungsstudien die Teilnehmer (auch die Placebogruppe) durchaus von Fachleuten gut betreut und informiert und zwar regelmäßig über die ganzen, z.B. 72, Wochen. (Lebensstil, Ernährung, Bewegung usw.) Mein Eindruck war, dass die es besser hatten als wir im MMK.
      Dass du in der (evtl. off label) Anwenderblase Leute kennst, die sehr viel mehr als das, was die Studienergebnisse sagen, abgenommen haben, liegt daran, dass die, bei denen es nix bringt, nichts posten. So wie bei den Operierten. Da sagt die Statistik ja auch, dass minus 25-35% Gewichtsverlust möglich sind, hier im Forum sind aber viele, die eher 50% verloren haben.
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      @JuleKleiber ich sehe die EB während des MMK mittlerweile ziemlich kritisch auch die direkt nach der OP. Es ist oft einfach keine gute Unterstützung vorhanden. Sie reden auf einen ein aber so wirkliche Hilfe gibt es nicht.
      Meine EBs (Diabetologe und AZ Bonn) sind dagegen viel besser aufgestellt als damals im 1.Op AZ (Köln).

      Ich habe direkt nach der OP in 12 Monaten von 151kg auf 59,7kg abgenommen.
      Insgesamt liegt meine Abnahme in der ganzen Zeit seit OP aber deutlich höher, weil ich ja zwischendurch öfter aufgrund der Gesundheit und Mangelernährung 2-12kg zunehmen musste.

      Ich habe somit allein in den ersten 12 Monaten 60,47% meines Ausgangsgewichtes verloren. Ursprünglich hieß es so 75-80kg sind mit meiner Art RNY-Bypass locker zu erreichen und erstrebenswert. Alles darüber wäre Bonus.
      Schlussendlich war es doch noch mehr und würde auch weiter laufen, wenn ich nicht dagegen ankämpfen würde.

      Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. In welchem Umfang ist es gesund und wann wird es zu einer Obsession mit gesundheitlichen Folgen.

      Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich die Entwicklung zur Spritze ziemlich gut finde. Nachteil ist natürlich das man es selber Bezahlen muss, während die OP bei Indikation übernommen wird.
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      Das sehe ich wie du @Blutwaldfee. Ich denke, die Spritze und die Tablette, an der gearbeitet wird, werden langfristig auch günstiger. Dann muss es ja vielleicht nicht mehr zu den sehr hohen Ausgsngsgewichten kommen, weil niedrigschwelliger interveniert werden kann.