Lipödem- es tut sich was beim GBA

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    • Meine Mutter hat ein Lipödem. Und so wie ich hörte, auch teilweise ganz schönes Schmerzen. Aber in ihrem Alter operiert man das wohl nicht mehr.
      Bei mir bestand, als ich dick war, auch der Verdacht. Jetzt wohl irgendwie nicht mehr. Trotzdem tun mir wenn es warm ist manchmal die Beine ganz schön weh...obwohl, das war zwischenzeitlich weg. Ist erst wieder so, seit ich Hormone nehme...
    • Ich glaube, die KK wollen eine Antragslawine vermeiden. Da entstehen pro Fall leicht Kosten von 20 bis 30 TE. Das perfide beim BMi ist ja, dass das zu entfernende Lipödem mit eingerechnet wird.
    • Mhhh... ich dachte, ich hätte was geschrieben.

      Besteht Bedarf, wenn ich zum Beantragungsweg etwas zusammenschreibe?
      Ich habe ein Ablaufdiagramm aus den zwei Dokumenten des G-BA erstellt. Mit allen 'Haken' die da drin sind und nicht in den allgemeinen Zusammenfassungen liest.


      JuleKleiber schrieb:

      Ist das die Sorge, Dicke ohne Lipödem würden sich "umsonst" eine Fettabsaugung holen oder gibt's medizinische Gründe?
      Ja. Das ist deren Sorge. Es gibt wohl viele 20-jährige, die schon vorher bei den Phlebologen aufgeschlagen sind.

      von BMI32-35 muss der WHtR von 0,5 bis 40 Jahre und 0,6 ab 50 Jahre (jeweils mit 0,01 erhöht pro Lebensjahr) gemessen werden ... das sind echte Lipödem-Modell-Maße.
      Ebenfalls keine Gewichtsschwankungen/Zunahme.

      Es wurde in der Plenumssitzung und im Dokument "Tragende Gründe" (sowas wie eine Erläuterung) unterstellt, dass alle über einen BMI35 ernährungsbedingtes Adipositas haben.
      Der G-BA hat auch nicht verstanden, dass man - wenn man kein Apfeltyp ist - gleichermaßen an den Beinen und Armen zunimmt. (Unter BMI32 ist es egal, wenn man quadratisch ist - da wird nicht mehr auf den Taillenumfang geachtet ... die habens wirklich nicht verstanden!)
      .... und der Birnentyp nur bei Frauen vorkommt - nennt man Lipohypertrophie/Lipödem.

      Also, wenn ich hier in diesem Kategorie "Lipödem" den Beantragungsweg zur Kostenübernahme Liposuktion bei Lipödem darstellen soll, dann sagt Bescheid. Dann mach ich einen neuen Thread.
      Mehr "über mich" im Profil. Bei Fragen bitte PN. Werde NICHT aktiv im Forum sein!
      Konventionelle Abnahme in 2011/12 von 70kg und leider jetzt Lipödem, Stadium 3.
      Beschwerdenfrei durch erste Liposuktionen.
    • Schnutzelchen schrieb:

      Ich glaube, die KK wollen eine Antragslawine vermeiden. Da entstehen pro Fall leicht Kosten von 20 bis 30 TE.


      Das perfide beim BMi ist ja, dass das zu entfernende Lipödem mit eingerechnet wird.
      Ja, sehr schräg. Das schrägeste daran ist, dass sie selbst denken das wären nur 5 kg Lipödemfett (G-BA- Sitzung, Frau Gottberg vom GKV-Spitzenverband, Mediathek, dermassend stigmatisierende Aussagen zur Adipositas!).
      Und sie denken, mir 3-4 AMBULANTEN OPs wäre es getan. Diese Liposuktionen dürfen aber nur 3 liter haben (nur mit Nachbetreuung 12h mehr Fettgewebe-absaugvolumen bis 10% des Körpergewichts)
      Vorteil ist, dass man solch kleine Lipos gut wegsteckt, und tatsächlich mit 2-3 Wochen klar geht.

      Ambulant um die 1.800 für die KK (OS so ca. 150€mehr) und stationär um die 3.300€ (Limitierung 8 bzw 10% der Körpervolumens).
      Das sind die Preise für ambulant St.3 gewesen. Die Preise ambulant Stadium1+2 werden grad ausgedacht/verhandelt und sollen zum 01.01.2026 kommen.

      Ein Beispiel, Stadium 1, 24Jahre, hat 14kg zuviel (der Taillenumfang sagt 0.45 und mit dem etwa zugeordneten BMI von 23 und ihrem wirklichen BMI von 26 ist das die Differenz).
      Ihr wurden in einer ambulanten Klinik sechs OPs mit 3l angeboten. .... kommt also hin.
      Sechs mal 1.800 = 11.000€. (den Rumpf auf Selbstzahler, 7. OP. Muss sie machen, der Rumpf kann auch Lipödem bekommen über die Jahre, ob nun schmerzhaft oder nicht).
      Würde man es stationär machen bräuchte sie drei OPs. 3 x 3.500 = 10.500 - da ist dann aber Rumpf dabei. Mit zwei ist wegen "Fläche" schwierig. Eventl 2 stationär Beine und 1x ambulant Arme.

      Die KKs denken, sie können alle ambulant operieren. Haben jetzt schon in den Widerspruchsschreiben entsprechende Texte. Vielleicht spekulieren sie damit, das die Frauen dann vorzeitig aufhören, weil sich das ja auch über mehrere Monate hinzieht. Jedesmal 2-3 Wochen AU.

      Ich habe Stadium 3 (also wirklich mit Wammen). BMI 45 gestartet - da waren 8 stationäre OPs plus eine AufräumOP geschätzt (mit Hüfte). Nach zweien hab ich einen BMI von 37. Nach meiner Taille bin ich geschätzt bei BMI 24.... rund 36 Lipödem-Fettgewebe zuviel. Bei mir sind noch 6 stationäre geplant (hat auch grad Chirurg veranschlagt).

      Problem sind die OP-Zeiten. Es sind für ambulant nur 120min soweit ich mal lesen konnte. Ausserdem die Technik. WAL eignet sich nicht so für ambulant, geht aber schneller. (hängt an der Tumereszenzlösung, führt jetzt zuweit das zu erklären). .... man braucht eben leider die OP-Zeit für viel Fett und bei Stadium 3, das verbackenes Fett durchzogen mit Bindegewebe hat. Ich war glaube ich 3.5h-4h im OP bei Vollnarkose.
      Ausserdem bin ich durchzogen von kleinen Lipomen (2cm, an jeder Stelle bisher über 30 "bei 30 hör ich auf zu zählen"). Kommt wahrscheinlich von der ernährungsbedingten Adipositas - diese sind aufwendig zu entfernen. Der Chirurg nimmt sie in die Finger und lässt sie mit der Absaugkanüle platzen und saugt die dann samt der Kapselhülle ab - leider bilden sich postop an der Stelle dann Serome, die punktiert werden müssen (an den Lipomstellen blutige Serome, an den sonstigen üblichen Seromstelle hatte ich klares Wundwasser).

      Tja, da steh ich nun. BMI (unter 35) reicht noch nicht ganz und die Chirurgie wird so unterbezahlt, dass keine OP-Zeiten gegeben werden.

      Ich würde jedes Kilo lieber so abnehmen.

      Wenn jemand den Antragsweg wissen will, bitte klar äussern. Benötige dafür aber ne Stunde das niederzuschreiben.
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    • @MirandaGirl Danke für den Einblick auf jeden Fall. Über eine Erklärung/einen Überblick in den Antragsweg würde ich mich sehr freuen, wenn du die Zeit dazu findest.

      Ich hab selbst Stadium 2 in den Beinen und bin nach Sleeve 2023 „nur noch“ bei BMI 28. Theoretisch sollte ich die (mir bekannten) körperlichen Vorgaben damit erfüllen und entsprechend bin ich sehr neugierig.
    • MrsBrainshaker schrieb:

      ...... dass phlebologische Praxen ihre (tlw.langjährig dort betreuten) Lipödem-Patientinnen auffordern, sich andere Ärzte zu suchen, da ein reines Lipödem keine Gefäßerkrankung sei ?(
      Folgender Absatz steht in der Richtlinie bzw. Dokumente "Tragende Gründe" (eine Erläuterung zur Richtlinie, ab S. 5 wirds interessant). Hab es etwas gekürzt und formatiert für die Lesbarkeit:

      Aus diesem Grund wird [i][..] festgelegt, dass die Diagnosestellung sowie die Prüfung der Erfüllung sämtlicher spezifischer Indikationskriterien [..] durch [/i]einen Facharzt mit lymphologischer oder gefäßmedizinscher Expertise erfolgen muss. Geeignete Arztgruppen sind Fachärzte
      • für Innere Medizin und Angiologie,
      • für Physikalische und Rehabilitative Medizin oder
      • für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder
      • Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Phlebologie.
      In der derzeitigen Versorgung finden die o.g. Beurteilungen vielfach auch an Fachkliniken oder Klinikambulanzen für Lymphologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin statt.

      Wer da auf die Idee kam, die Reha-Kliniken auch aufzunehmen? Zumal es nur 5 Lipödem-Kliniken in D. gibt. Ich vermute, dass Bertsch da seine Finger im Spiel hatte, damit die Földi-Klinik auch weiterhin was zu sagen hat. Sorry, Bertsch verdreht die Fakten (2019) und interpretiert sie nach seinem Gusto. Hauptsache alle sind "dick". Dass ihn die Community nicht hinterherläuft hat er wohl jetzt mit Beratung des G-BA aufgefrischt.

      In einer Studie von2023 wurden Lipödem-Betroffene nach ihrem behandelnden Arzt bzw. Erstdiagnose gefragt. Nach der obigen Liste sind nur 28% beim geforderten Fachärzte.
      Man beachte bitte, dass Gefäßchirurgen NICHT drin sind. Ganz viele sind bei einem solchen. Meiner ist auch Gefäßchirurg - hat aber die Weiterbildung zum Phlebologen.

      Schwierig wird das, weil nicht nur die, die eine Kostenübernahme anstreben, sondern auch die, die einfach weiterhin Konservativ betreut werden wollen besser zu einem der oberen Ärzte wechseln sollten. Ich stell mir vor, dass die KK auch irgendwann bei der neuen Strumpfhose sagen könnten - wo haben Sie sich denn diagnostizieren lassen? Bei einem XXXXX? Bitte gehen Sie mal zum richtigen Facharzt.

      Da der Facharzt für Diagnosestellung und Zusammenstellung der Indikationskriterien auch der Arzt sein soll, der die konservative Therapie von 6 Monate auch BETREUT hat, ist es halt doof, wenn man das nicht weiß und sich weiterhin die Rezepte vom Hausarzt ausstellen lässt - also ohne Absprache.

      • Ob diese konsequent und in ausreichendem Maße durchgeführt worden ist, kann nur von demjenigen Arzt/derjenigen Ärztin bestätigt werden, der oder die diese Therapie auch verordnet und die Patientin während dieser Zeit betreut hat


      Nein, ihr braucht mich nicht fragen, wie er das denn machen soll. Das kann ich auch nicht beantworten. Ich zitiere nur, was da in den Dokumenten steht. Also, Rezepte für Kompri + MLD vom obigen Facharzt.

      Das meine ich mit Fallstricke, wenn man sich nicht richtig informiert und liest.

      1. Tragende Gründe zum Beschluss
      2. Servicedokument: Qualitätssicherungs-Richtlinie zur Liposuktion bei Lipödem mit sichtbar eingearbeiteten Änderungen
      g-ba.de/beschluesse/7335/
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