Angst vor Magenverkleinerung

    • Angst vor Magenverkleinerung

      Hallo zusammen,
      am 5.4. steht meine Magenverkleinerung an. Ich hatte Wahl zwischen Magenballon + Schlauchmagen oder direkt Schlauchmagen. Ich habe mich für Variante 1 mit zuerst dem Magenballon entschieden. Nun steht der Eingriff bald an und ich habe Angst davor. Nicht direkt vor dem Magenballon, sondern vor der Zeit danach.

      Grundlegendes: Ich bin 36 Jahre alt wiege derzeit 220kg bei 194cm, leide unter schweren Depressionen und einer Sozialphobie. Aufgrund der Depression fällt mir mein Alltag richtig schwer und meine Sozialphobie hindert mich sehr stark meine Wohnung überhaupt zu verlassen. Das Gewicht gibt da dann noch seinen Rest dazu. Ich erhoffe mir durch die OP, dass ich dadurch einen Hebel hab, dass ich mich mehr bewegen kann und auch meine Selbstzweifel anpacken kann.

      Nun war jetzt eigentlich alles gut und ich wollte nun den Schritt in ein neues Leben wagen. Jetzt rückt aber der Termin immer näher und die Angst davor

      -die Ernährungsumstellung nicht zu schaffen
      -durch das weniger Essen zuviel Zeit zu haben für meine Depressionen - dass ich mich durch das nichtessen nicht mehr ablenken kann
      - ich mit dem Magenballon nicht klar komme (Erbrechen usw.)

      Entschuldigung falls ich etwas vergessen habe oder sehr Durcheinander schreibe. Momentan bin ich fast am durchdrehen wegen dem Gedanken an die OP und kann nicht mehr richtig klar denken...

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen bezüglich OP in Verbindung mit starker Sozialphobie oder hat jemand Tipps für mich?

      Danke an euch schonmal.

      Grüße Michael

      EDIT sagt: Gerade gesehen, dass ich ausversehen im Bereich "Nach der OP" statt "Vor der OP" gelandet bin. Gibts eine Möglichkeit den Thread zu verschieben? :)
    • Hallo Michael, nur kurz weil es schon spät ist.

      Erstmal herzlich Willkommen hier im Forum!

      Du hast Dich für die OP entschieden weil Du etwas ändern willst- erinnere dich daran!! Du findest bestimmt wieder die guten Gründe dafür. Viele haben kurz vor der OP Ängste und Bedenken, auch ohne Sozialphopie, es ist ja auch eine schwierige und komplexe Entscheidung. Das darf alles sein. Deine Ängste für die Zeit danach- Du weißt nicht was sein wird- es könnte auch gut werden, oder??! Und wenn Du leichter wirst hast Du mehr Möglichkeiten was aktiv es zu machen, Dein ganzer Alltag kann sich ändern. Aber der Gedanke daran ist noch zu fremd, aber das passiert wenn Du leichter wirst. Du hast doch bestimmt ein paar Skills gelernt, nutze sie jeden Tag.
    • Hey Michael,

      Willkommen hier im Forum! :)

      Sehr interessant zu hören Deine Geschichte und auch jetzt wünsche ich Dir schon mal sehr viel Erfolg! :P

      Sozial Phobie... Uh ja damit kenne ich mich gut aus weil ich selber durch Mobbing in der Schulzeit viel damit zu tun hatte.
      Ich kann Dir nur eine Sache sagen: Meine Sozial Phobie hat sich mit der Abnahme extrem verbessert ohne irgendeine Therapie oder änhliches.
      Seit der Abnahme bin ich täglich draußen unterwegs. Ich denke gar nicht mehr darüber nach was andere über mich denken.

      Ich denke das es bei Dir genauso werden wird!
      Berichte uns sehr gerne wie es Dir auch geht nach der OP.
      Liebe Grüße
      ~ForumFreund2002
    • Moin Michael,

      gerade das mit der Angst und den 100000 Gedanken vor der OP kann ich gut nachvollziehen. Die poppen einfach hoch, auch wenn man es gar nicht will. Ich hab sogar dem Anästhesisten noch was vorgeheult, weil ich so durch war. Da hilft einfach nur, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, warum man das Ganze macht. Ablenken und sich auf die Zeit mit weniger Gewicht freuen. Warum wurde dir denn kein Magenbypass vorgeschlagen? Wusste gar nicht, dass der Magenballon noch so Anwendung findet. Dein Magen wird in der Zeit dein Lehrmeister sein, das drückt es wohl ganz gut aus. Natürlich ist die Umstellungsphase manchmal herausfordernd, aber mit den ersten Erfolgen rückt das schnell in den Hintergrund. Wie Mingmen schon geschrieben hat, hast du sicher schon Skills gelernt, die dir mit Depression und deiner Sozialphobie helfen können. Nutze sie, hab sie zur Hand und ganz idealerweise benutze sie schon im Vorfeld tapfer. Wenn du Angst hast, dass du danach nicht klar kommst, frage im AZ jetzt schon nach psychologischer Unterstützung für danach. Oder bei deinem Therapeuten, wenn du derzeit einen hast. Unser Kopf kann unser bester Freund, aber auch der größte Feind sein. Zum Thema Essen hast du bestimmt Empfehlungen für danach bekommen? Plane doch schon mal deinen Einkauf für die Zeit danach, mach dir einen Plan, was dir davon schmeckt und was du da haben solltest. Dann hast du danach weniger Probleme.

      Mach dich nicht ganz so verrückt, das wird vielleicht nicht leicht aber auf jeden Fall gut :thumbsup:
    • Hallo Michael. Ich habe meine Panikstörung seit 20 Jahren mit Escitalopram im Griff. Nimmst Du Medis ? Die Kombination Ballon und Schlauchmagen wird ja bei höhergewichtigen gerne gemacht. Ich habe vor meinen OP's sicherheitshalber Tavor genommen. Alles Gute und halt die Ohren steif
      Liebe Grüsse Heike ...... und @llseits einen schönen Tag :katze: :katze:
    • Hallo zusammen,
      wollte mich gestern noch melden, aber gestern ging bei mir leider überhaupt nix mehr.


      Danke erstmal für die lieben Worte.


      Mingmen schrieb:

      Deine Ängste für die Zeit danach- Du weißt nicht was sein wird- es könnte auch gut werden, oder??! Und wenn Du leichter wirst hast Du mehr Möglichkeiten was aktiv es zu machen, Dein ganzer Alltag kann sich ändern.

      Ja das erhoffe ich mir. Habe nur wahnsinnige Angst davor, dass ich es einfach nicht hinkriege. Vor allem die Mischung aus dem kotzig sein (nach dem Magenballon da ja Fremdkörper), weniger essen (zu viel Freizeit, zu viel Zeit zum Nachdenken über die Depression) macht mir irgendwie richtig Sorgen.

      ForumFreund2002 schrieb:



      Sozial Phobie... Uh ja damit kenne ich mich gut aus weil ich selber durch Mobbing in der Schulzeit viel damit zu tun hatte.
      Ich kann Dir nur eine Sache sagen: Meine Sozial Phobie hat sich mit der Abnahme extrem verbessert ohne irgendeine Therapie oder änhliches.
      Seit der Abnahme bin ich täglich draußen unterwegs. Ich denke gar nicht mehr darüber nach was andere über mich denken.

      Ich denke das es bei Dir genauso werden wird!
      Berichte uns sehr gerne wie es Dir auch geht nach der OP.
      Danke. Macht mir ein wenig Hoffnung. Hört sich einfach zu schön an, das wieder machen zu können. :)


      Velaris schrieb:

      Wenn du Angst hast, dass du danach nicht klar kommst, frage im AZ jetzt schon nach psychologischer Unterstützung für danach. Oder bei deinem Therapeuten, wenn du derzeit einen hast
      Im AZ wurde ich gut aufgefangen.. Habe ausserhalb einen Psychiater + Psychologe im AZ.


      Velaris schrieb:

      Zum Thema Essen hast du bestimmt Empfehlungen für danach bekommen? Plane doch schon mal deinen Einkauf für die Zeit danach, mach dir einen Plan, was dir davon

      Ja das hab ich soweit. Habe mir schon eine eine Gemüsebrühe zubereitet für Suppen + ein paar Gläser Apfelmus nach Hause getan für die ersteund die ersten Phasen.


      Velaris schrieb:

      Warum wurde dir denn kein Magenbypass vorgeschlagen? Wusste gar nicht, dass der Magenballon noch so Anwendung findet.
      Der Vorschlag anfangs war direkt Schlauchmagen. Magenballon + Schlauchmagen war die Alternative. Hab mich dann für Zweiteres entschieden, weil der Magenballon für mich eine Art Testballon ist wie ich mit der Umstellung klarkomme. Schlauchmagen ist halt nicht mehr reversibel und ich habe gerade mit der Psyche halt ein wenig Sorge. (Also wie es mit der Depression ausschaut wenn das Frustfressen wegfällt)


      *Heike* schrieb:

      Nimmst Du Medis ?
      Jap.


      *Heike* schrieb:

      Die Kombination Ballon und Schlauchmagen wird ja bei höhergewichtigen gerne gemacht.

      Jap so wurde es mir auch erklärt. Ist halt oft dafür da das Risiko einer OP zu verringern, wenn man mit dem Magenballon erstmal ein paar Kilo damit abnimmt.
    • Mingmen schrieb:

      Gibt es einen Zeitplan? Wielange oder bis zu welchem Gewicht der Ballon bleiben soll?

      1/2 Jahr soll der Ballon bleiben - danach gibts dann sofort den Termin für den Schlauchmagen.


      Mingmen schrieb:

      Wenn Du nicht damit zurecht kommst wegen der Depression, bedeutet das dann, dass Du Dich überhaupt nicht operier

      Wenn ich nicht damit zurecht kommen sollte, würde ich zumindest die Schlauchmagenop überdenken.


      Mingmen schrieb:

      Wäre die Abnehmspritze eine Alternative?

      Wäre eine Alternative - hatte ich auch schon überlegt. Leider ist es momentan bei mir finanziell nicht möglich. Sind ja doch ganz schöne Kosten.

      Hatte sogar mal den Weg über die Krankenkasse versucht - aber keine Chance, da es ja dieses Urteil gibt, dass Abnehmspritzen nur ein "Lifestylemedikament" sind.

      Wenn es in einem halben Jahr anders ausschauen würde, also wenn der Magenballon entfernt wird, wäre dies natürlich auch einen Option. Aber muss man abwarten, ob sich da was ändert.
    • Du hast dich ja schon entschieden, ich möchte hier trotzdem einmal zu bedenken geben, dass du den Magenballon nicht mit dem Schlauchmagen oder einer Magenverkleinerung vergleichen kannst, was die Stimmungslage angeht. Der Ballon sorgt leider oft für genau das, wovor du Angst hast: Frust, dass man nicht soviel essen kann wie man will. Denn der Ballon greift überhaupt nicht in dein Hungergefühl ein, der Magen bleibt unverändert und produziert weiter das Hungerhormon Ghrelin. Da ist dann nur dieser Fremdkörper im Magen, der dich am Mehressen durch Übelkeit und Erbrechen hindert. Eine Magen-OP greift positiv in den Hunger-Sättigungskreislauf ein. Durch die schnellere Magenentleerung beim Schlauchmagen z.B. gelangt Nahrung schneller in den Darm und so ist man nicht nur schneller satt, weil der Magen klein und schneller voll ist sondern es werden früher Sättigungshormone im Darm gebildet.
      lange Rede, kurzer Sinn: mein Gedanke ist, dass der Ballon genau deine Befürchtungen erfüllt. Vielleicht wäre statt 6 Monate Ballon zum Testen ein paar Monate Abnehmspritze doch eine Alternative, wenn es nicht läuft, setzt du ab und wenn es läuft, machst du die OP und brauchst sie nicht mehr. Die Abnehmspritze sorgt dafür, dass dich Essen weniger interessiert.

      Aber das sind nur meine Gedanken. Wenn du mit deinem AZ und dem Therapeuten das anders entschieden hast, wird das schon für dich richtig sein. Ich wünsche dir alles Gute!
    • Mit dem Magenballon kenne ich mich gar nicht aus, aber bei dem Rest bist du ja schonmal gut aufgestellt. Jules Hinweise oben passen aber ganz gut. Ich weiß z. B. dass das WKK in Heide auch teileweise erst mit der Spritze arbeitet und dann ein paar Kilo später sozusagen einen Bypass oder Schlauchmagen legt. Das habe ich vor kurzem bei jemandem im Umfeld mitbekommen. Falls du mit dem Ballon nicht klarkommen solltest, bist du sicher gleich gut versorgt mit deinem AZ, so dass diese dann passende Maßnahmen ergreifen. Schlussendlich ist es immer eine aufregende Phase vorher und die erste Zeit danach ... unabhängig von der Methode.
    • Guter Hinweis von Dir, @JuleKleiber

      Gerade bei einer Depression, die durch Essen reguliert wird, sollten Maßnahmen wie eine OP oder die Abnehmspritze eingesetzt werden.

      Ich reguliere auch noch einiges mit Essen und bin froh über die Magenverkleinerung und die Malabsorption. Der Griff/ der Gedanke zur Kompensation mit z.B. Schokolade/ Pizza/ Chips etc. ist emotinal weiter weg - diese automatische Verknüpfung in einem selbst wird unterbrochen, bzw. ist nicht mehr so stark und kann unter Kontrolle gehalten werden.

      Für mich sind bei Dir Depression und Übergewicht fest miteinander verbunden. Wenn Du es schafft, eins von den beiden anzugehen und zu lösen, dann verändert sich das andere auch mit. Versuch mutiger zu sein! Und bekenne Dich zu einer Entscheidung, steh dazu und lass nicht soviele "Hintertürchen" zu.
    • Also ich habe seit drei Jahren einen Magenbypass und genau so Hunger, wie davor.
      Da stell dir mal meine Überraschung vor nach der OP, zumal ich ja erwartete keinen Hunger mehr zu haben. Ja denkste.
      Ich war komplett frustriert und traurig. Das ging die ersten 6 Monate so. Auch wenn ich psychisch schon vorbelastet war, ging ich nochmals durch eine besonders üble Hölle.

      Aber eines kann ich dir nun sagen, es war notwendig oder ich hätte mich zu Tode gefressen. Es war kein einfacher Weg und ich wünschte, ich hätte ihn nicht gehen müssen. Aber ich fing nach und nach an, meinen Umgang damit zu finden.

      Hunger? Ja, hab ich. Ich esse auch heute noch sicher alle drei Stunden was. Nicht viel. Aber gerade genug, damit ich keinen Hunger mehr verspüre. Damit fahre ich gut. Ich zähle keine Kalorien, Fette oder sonstiges. Achte auf Protein und nehme alle Supplements. Meine Werte sind super, Gewicht halte ich auch ohne Probleme und ich denke nicht ständig am Essen rum.

      Es war auch bei mir eine Verbesserung der Sozialphobie bemerkbar. Ich gehe sogar regelmässig schwimmen, bin verreist und lebe heute selbstständiger als jemals zuvor.

      Wird es heftig? Wahrscheinlich. Lohnt es sich? Wenn du weiterleben willst, ja! Wirst du deinen Weg damit finden? Ganz bestimmt.
      Hol dir dein Leben zurück und denke immer dran, es wird schlimmer bevor es besser wird. Aber es wird besser.
      Immer dein Ziel im Fokus haben und nicht aufgeben.

      Denk einfach über dein bisheriges Leben nach und erinnere dich, was du alles geschafft und durchgestanden hast. Du wirst erkennen, wie stark der Mensch eigentlich ist.
      Angst darfst du haben, aber sie darf dich nicht beherrschen und zerstören.